FORUM BLOG

Einfrieren von Hodengewebe bei Krebspatienten

Einfrieren von Hodengewebe bei Krebspatienten

Das Einfrieren von Hodengewebe besteht in der Extraktion und späteren Kryokonservierung dieses Gewebes, um zu versuchen, die Fruchtbarkeit eines Patienten zu bewahren, der einer gonadotoxischen Behandlung unterzogen werden soll.

Eine der Nebenwirkungen der medizinischen Behandlungen gegen Krebs (Chemotherapie und Radiotherapie) ist die Reduzierung der Fruchtbarkeit der Krebspatienten. Glücklicherweise gibt es jedoch Methoden der Erhaltung der Fruchtbarkeit des Mannes mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit für eine zukünftige Reproduktion.

Die gegen Krebs verwendeten Chemotherapeutika haben einen zytotoxischen Effekt, der den Tumor angreift, ebenso wie die übrigen Gewebe des Körpers, darunter auch die Reproduktionsorgane. Zudem kann die Strahlung zu irreversiblen Veränderungen im Hodengewebe führen. Eine dauerhafte Azoospermie, die mit diesen Behandlungen assoziiert wird, ist sehr häufig.

Die am häufigsten diagnostizierten Krebsarten sind u.a.: Lymphome, Leukämie, Sarkome, Hoden-, Dickdarm- oder Enddarmkrebs. Wenn bei einem Kind, einem Jugendlichen oder einem erwachsenen Mann Krebs diagnostiziert wird, ist es wichtig, ihn über die Möglichkeit der Erhaltung seiner Fruchtbarkeit zu informieren. Dies verringert den Stress und verbessert seine zukünftige Lebensqualität, auch wenn klargestellt werden muss, dass keine Methode einen 100%igen Erfolg garantiert.

Wie können wir die Fruchtbarkeit des Mannes erhalten?

Die verfügbaren Behandlungen zur Erhaltung der männlichen Fruchtbarkeit hängen von dem Grad der Geschlechtsreife des Patienten ab:

  • Die meist verbreitete und am wenigsten invasive Behandlung ist das Einfrieren von Samen des Ejakulats durch Masturbation. Dies ist möglich, sofern die Geschlechtsreife erreicht wurde, und ist die wirksamste Methode zur Erhaltung der Fruchtbarkeit bei erwachsenen Männern.
  • Die Hodenbiopsie und das Absaugen aus den Nebenhoden sind weitere Möglichkeiten, die angewandt werden, wenn kein Samen durch Ejakulation erzielt werden kann. In diesen Fällen ist es notwendig, beim Einfrieren des Hodengewebes eine ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) durchzuführen, da diese Art von Samenproben von niedriger Qualität sind.
  • Bei Kindern, die noch nicht die Pubertät erreicht haben und deren Spermienproduktion (Spermatogenese) noch nicht begonnen hat, ist die einzige möglich Alternative zur Erhaltung der zukünftigen Fruchtbarkeit das Einfrieren von unreifem Hodengewebe. Dieses Gewebe enthält Spermatogonien, d.h. die Stammzellen, die in Zukunft zu Spermien führen können.

Was ist die Kryokonservierung von Hodengewebe? 

Es handelt sich um eine Form der Erhaltung der Fruchtbarkeit des Mannes. Das Hodengewebe kann mit Hilfe einer Hodenbiopsie oder durch eine Orchiektomie entnommen werden, die in der operativen Entfernung des Hodens besteht.

Es gibt unterschiedliche Methodiken und Protokolle der Kryokonservierung des Hodengewebes. Im Falle von fruchtbaren Männern, die einer Therapie gegen Krebs unterzogen werden sollen, ist das Einfrieren und zukünftige Auftauen des Hodengewebes einfach. Sobald die Krebsbehandlung abgeschlossen ist, sind die Möglichkeiten einer Schwangerschaft durch Behandlungen der In-vitro-Fertilisation sehr hoch.

Die Wirksamkeit dieses Verfahrens bei Kindern ist noch in der Phase der Erforschung und Entwicklung. In vielen Krankenhäusern und Kliniken auf der ganzen Welt werden Methodiken und Protokolle zur Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Kindern untersucht, die Krebsbehandlungen unterzogen werden, und dies mit guten Ergebnissen. Es wurde sogar festgestellt, dass es möglich ist, dieses Verfahren in den anfänglichen Stadien dieser Therapien anzuwenden.

Kann ich in Zukunft Vater werden, wenn ich einer Krebstherapie unterzogen werden muss?

Ja. Sofern es kein schweres Fruchtbarkeitproblem in der Vergangenheit gab, gewährleistet das Einfrieren von mehreren durch Ejakulation erzielten Samenproben beinahe zu 100% die Möglichkeit, in Zukunft Vater werden zu können.

Wenn es neben dem Krebs ein Fruchtbarkeitsproblem in der Vergangenheit gab (niedrige Samenqualität oder Azoospermie), kann man versuchen, Hodengewebe einzufrieren. Die Möglichkeit einer Schwangerschaft mit dieser Art von Samenprobe ist ebenfalls hoch, sofern in dem Gewebe bewegliche Spermien beobachten werden.

Die Hoden können nach der Krebsbehandlung weiterhin Spermien produzieren, doch häufig sinkt deren Qualität, oder die Spermatogenese setzt dauerhaft aus. Wenn vor der Behandlung keinerlei Hodengewebe aufbewahrt wurde, kann man versuchen, Samen oder Hodengewebe durch die oben erklärten Methoden zu erzielen, um festzustellen, ob der Patient fruchtbar ist oder nicht.

Falls der Patient kein Sperma oder Hodengewebe vor der Behandlung eingefroren hat, und er als Ergebnis der Behandlung als azoospermisch diagnostiziert wird, müsste er auf die Samenspende aus einer Samenbank zurückgreifen.

Unterschiede zwischen dem Einfrieren von Samen und dem Einfrieren von Hodengewebe

Das Einfrieren von Samen aus dem Ejakulat ist ein Verfahren, das routinemäßig an allen Zentren der künstlichen Befruchtung angewandt wird. Es gibt unterschiedliche Protokolle, doch es ist eine sehr wirkungsvolle Behandlung.

Das Einfrieren von Hodengewebe, das durch Biopsie oder Absaugen aus den Nebenhoden gewonnen wird, ist ebenfalls gängig und routinemäßig, doch seine Wirksamkeit für die Erhaltung der Fruchtbarkeit ist etwas geringer, da die Proben normalerweise von geringerer Qualität sind. Außerdem wird das Hodengewebe mit Hilfe von invasiven chirurgischen Verfahren gewonnen.

Literaturverzeichnis

Frau Dr. Leyre HerreroBiologin am Instituto Bernabeu.

Lass uns reden

Wir beraten Sie unverbindlich

MOMENTANE SITUATION

COVID-19