Behandlungseinheit für niedrige ovarielle Reaktion

Die Anzahl und Qualität der Eizellen sinkt mit dem Alter, was die natürliche Empfängnis erschwert und in vielen Fällen zu Misserfolgen bei konventionellen Techniken der assistierten Fortpflanzung führt.

Behandlungseinheit für niedrige ovarielle Reaktion
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Was ist die ovarielle Reaktion?

Bei der In-vitro-Fertilisation ist die Stimulation der Eizellen eine der wichtigsten Phasen. Patientinnen müssen innerhalb eines Zeitraums von 7 bis 12 Tagen Medikamente einnehmen, damit wir mehrere Eizellen erhalten, die anschließend befruchtet werden können. Die Anzahl der erhaltenen Eizellen ist das, was wir Reaktion auf die Stimulation nennen. Diese wird durchgeführt, um ausreichend Eizellen für eine günstige Embryo-Prognose zu erhalten. Im Allgemeinen sind mehr als fünf Eizellen ausreichend.

Patientinnen, die die gleiche Dosierung der Medikation erhalten, können sehr unterschiedliche Reaktionen aufweisen und gelegentlich ist die Zahl der Eizellen so niedrig, dass die Erfolgsaussichten sehr gering sind. In diesen Fällen sprechen wir von einer niedrigen ovariellen Reaktion.

Was ist die Ovarreserve?

Die Frau wird mit allen Eizellen geboren, über die sie im Laufe ihres Lebens verfügt. Im Laufe der Zeit verliert sie diese Eizellen, bis dieser „Vorrat“ bei Erreichen der Menopause komplett erschöpft ist.

Als Ovarreserve bezeichnen wir die Menge der lebensfähigen Eizellen, die zu einem konkreten Zeitpunkt in den Eierstöcken einer Frau enthalten sind; diese Reserve bedingt die Anzahl der Eizellen, die wir für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) erhalten können. Die beiden zuverlässigsten Marker zum Messen der Ovarreserve sind die Anzahl der antralen Follikel, die bei einer Ultraschalluntersuchung gezählt werden, und die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons.

Obgleich eine niedrige Reserve die Hauptursache für eine niedrige Reaktion ist, kann diese auch bei Frauen mit normaler Ovarreserve vorkommen.

Wodurch entsteht eine niedrige ovarielle Reaktion?

Wie bereits erwähnt, verringert sich die Ovarreserve fortschreitend mit dem Alter, bis sie erschöpft ist; daher ist das Alter der Hauptrisikofaktor für eine niedrige Reaktion. Allerdings haben nicht alle Frauen im selben Alter eine ähnliche Reserve; das ist sehr vielfältig und manche Frauen haben schon in jungem Alter eine geringe Reserve während andere Frauen über 40 normale Reserven mit einer hohen Reaktion auf die ovarielle Stimulation und somit eine hohe Anzahl an Eizellen bei der In-vitro-Fertilisation haben. Das hängt auch von Umweltfaktoren ab, ist aber vor allem genetisch bedingt.

Die Abteikung für niedrige ovarielle Reaktion des Instituto Bernabeu ist dabei, neben anderen Forschungen mehrere Forschungslinien zu entwickeln, um die Frauen, die ihre Ovarreserve schneller verlieren, genetisch zu charakterisieren.

WARUM HAT DAS PROBLEM DER NIEDRIGEN OVARIELLEN RESERVE IN DER HEUTIGEN ZEIT EINE SO GROSSE BEDEUTUNG BEIM SCHWANGERWERDEN?

Der soziale Wandel in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass Frauen sich dazu gezwungen sehen, ihre Mutterschaft nach hinten zu verschieben. Ab 35 Jahren fällt nicht nur die ovarielle Reaktion schwächer aus, auch die Qualität der Eizellen wird deutlich geringer. Durch den Zusammenhang zwischen Alter und Ovarreserve haben wir immer mehr Patientinnen mit einer niedrigen Reaktion auf die Stimulation und daher mit einer schlechteren Prognose für die In-vitro-Fertilisation. Bei diesen Patientinnen, die wir „Bajas Respondedoras“ (dt. Frauen mit niedriger Reaktion) nennen, ist es besonders wichtig, eine genaue Untersuchung durchzuführen und die besten Strategien für eine Verbesserung der Erfolgsaussichten zu bestimmen.

NIEDRIGE REAKTION

NIEDRIGE OVARIELLE REAKTION

GERINGERES ERGEBNIS DER STIMULATION

DÜNGUNG

ENTWICKLUNGKULTUR

ENTWICKLUNG DES EMBYOS TAG 5

KEINE ÜBERTRAGUNG

NORMALE REAKTION

NORMALE OVARIELLE REAKTION

OPTIMALES ERGEBNIS ZUR STIMULATION

DÜNGUNG

ENTWICKLUNGKULTUR

ENTWICKLUNG DES EMBYOS TAG 5

RESTTRANSFER UND EINFRIEREN


UNABHÄNGIGE ABTEILUNG FÜR NIEDRIGE

Unabhängige Abteilung für niedrige ovarielle Reaktion Instituto Bernabeu

Im Instituto Bernabeu stellen wir uns der reproduktionsmedizinischen Herausforderung, die Schwangerschaft unserer Patientinnen mit ihren eigenen Eizellen zu fördern, durch die Einrichtung der ersten spanischen Abteilung für die Diagnose von niedriger ovarieller Reaktion, in der wir bereits Paare aus der ganzen Welt behandelt haben.

Multidisziplinäre Abteilung setzt sich aus Fachärzten für Reproduktionsmedizin, Molekularbiologie, Genetik und Reproduktionsbiologie zusammen, die behandlungs- und forschungstechnische Bereiche abdecken, um jeder Patientin eine maßgeschneiderte Behandlung anbieten zu können.

Worin besteht die multidisziplinäre Herangehensweise der Abteilung für niedrige ovarielle Reaktion?

In dieser Abteilung wird jeder Fall von einer Gruppe Fachleute analysiert und besprochen. Durch die eigene Abteilung für niedrige ovarielle Reaktion des IB bieten wir Patientinnen die neuesten Innovationen für Diagnose und Behandlung: modernste spezifische Labortests, gynäkologische Ultraschalluntersuchungen in 3D und 4D für ovarielle vaskuläre und uterine Untersuchungen, genetisch-prognostische Marker, Array-CGH neben anderen Tests zur Erstellung einerindividuellen Strategie zur Optimierung der Erfolgsaussichten für jedes Paar.

Vorteile der Abteilung für niedrige ovarielle Reaktion des Instituto Bernabeu

Dank der Verfügbarkeit der besten Fachleute und der fortschrittlichsten Diagnosetechniken können die am besten geeigneten Strategien für jeden einzelnen Fall festgelegt werden.

– Wir wenden die Pharmakogenetik an:

  • Die Analyse von Genen, die mit der Eierstockreserve in Verbindung stehen, ermöglicht nicht nur die Diagnose, sondern auch die Festlegung der am besten geeigneten Medikamente für jede Patientin, um das Ergebnis der Reaktion der Eierstöcke auf ovarielle Stimulationshormone zu optimieren (IBgen low reserve).
  • Fertigenetische Studie mit massiver Sequenzierung zur Identifizierung von Mutationen, die mit dem Versagen der Eierstöcke assoziiert sind, um eine korrekte Diagnose zu stellen, mit der die am besten geeignete Behandlung für die assistierte Reproduktion im Falle eines vorzeitigen Versagens der Eierstöcke (frühe Menopause) individualisiert werden kann: IBgenFOP.

Unsere Abteilung hat in den letzten Jahren die innovativsten Stimulationspraktiken entwickelt und perfektioniert. Von unterstützenden Behandlungen zur Verbesserung der ovariellen Sensibilität über die Akkumulierung der vitrifizierten Eizellen bis hin zur Stimulation in der Gelbkörperphase haben sanfte Behandlungsprogramme zu vielversprechenden Resultaten bei Patientinnen geführt, die sonst auf eine Eizellenspende zurückgreifen müssten.

Auf der anderen Seite hat unsere Erfahrung im Umgang mit komplexen Fällen dazu geführt, dass wir die psychologische Belastung von Patientinnen mit niedriger ovarieller Reaktion besser verstehen und dadurch sensibler mit ihrer Situation umgehen und sie besser emotional stützen können.

Ovariellen Verjüngung

Plättchenreichem Plasma und Wachstumsfaktoren

  • Verabreichung von plättchenreichem Plasma (PRP) der Patientin selbst in den Eierstock, um die Aktivierung von “eingeschlafenen Follikeln” zu begünstigen und die Anzahl der erzielten Eizellen bei Patientinnen mit niedriger ovarieller Reserve zu erhöhen. Mehr dazu hier

Plättchenreichem Plasma (PRP)

Autotransplantation von ovarieller Rinde

  • Ovarielle Aktivierung durch Fragmentierung und Autotransplantation von ovarieller Rinde, um eine ovarielle Reaktion bei Patientinnen mit Ovarialinsuffizienz oder vorzeitiger Menopause zu erzielen. Nähere Informationen hier

Fragmentierung und Autotransplantation von ovarieller Rinde

Fragen und antworten zur „verjüngung“ der eierstöcke

  • Unsere Spezialisten beantworten die 12 am häufigsten gestellten Fragen zur „Verjüngung“ der Eierstöcke.
1
Was sind die Techniken zur „Eierstockverjüngung“?

Dabei handelt es sich um Verfahren, die sich noch in der Versuchsphase befinden und auf die „Aktivierung“ von Eizellen abzielen, die im Eierstock „ruhen“ und gegen die bei der ovariellen Stimulation verwendeten Medikamente resistent sind.

Ziel ist dabei die Gewinnung von Eizellen bei Patientinnen in der vorzeitigen Menopause oder die Erhöhung der Anzahl von Eizellen bei Patientinnen mit geringer ovarieller Reaktion. Die gewonnenen Erkenntnisse der bisher durchgeführten Studien sind vielversprechend und stellen einen Hoffnungsschimmer für Patienten mit einer schlechten Prognose dar.

2
Können die Eierstöcke in jedem Alter „verjüngt“ werden?

Die ovarielle Reserve ist von Geburt an vorbestimmt und nimmt in Anzahl und Qualität bis zur Menopause beständig ab.

Tatsächlich können 5 bis 10 Jahre vor der endgültigen Menopause die meisten Eizellen keine tauglichen Embryonen mehr produzieren. Daher hängt die Qualität der Eizellen bei einer Behandlung hauptsächlich vom Alter zum Zeitpunkt der Entnahme ab, wobei es auch einige Pathologien gibt, die ebenfalls Einfluss darauf haben können.

Leider gibt es keine Behandlung zur Verbesserung der Qualität, auch nicht durch die den neuen Techniken der Eierstockverjüngung.  Daher wäre aus unserer Sicht der Begriff „Techniken zur Aktivierung der Eierstöcke“ geeigneter, da die Anzahl der Eizellen erhöht wird, nicht aber deren Qualität.

3
Welche Techniken zur Eierstockverjüngung gibt es?

Obwohl eine große Anzahl von Verfahren bewertet wird, haben wir in unserem Zentrum nach einer wissenschaftlichen Überprüfung der vorliegenden Erkenntnisse die Verfahren etabliert, die sich als sicher für den Patienten erwiesen haben und positive klinische Ergebnisse zeigen.

Eines davon ist die Verabreichung von plättchenreichem Plasma (PRP) innerhalb des Eierstocks, bei der ein kleiner Teil Eigenblut der Patientin, das reich an Wachstumsfaktoren ist, injiziert wird.

Das andere ist die Fragmentierung von ovarieller Rinde und autologe Transplantation (OFFA), die den Eierstock durch mechanische „Beschädigung“ seiner Struktur aktiviert und einigen Frauen mit vorzeitiger Menopause eine Schwangerschaft ermöglicht hat.

4
Was bedeutet es, dass es sich bei den Strategien zur Eierstockverjüngung um experimentelle Techniken handelt? Sind sie risikoreicher?

Nach jahrelanger Forschung haben sich diese Techniken als sicher erwiesen und wir kennen ihre Kontraindikationen. Dies ist eine notwendige Voraussetzung, um mit deren Anwendung beginnen zu können.

Aber obwohl über Schwangerschaften und eine Erhöhung der Anzahl von gewonnenen Eizellen berichtet wurde, sind weitere Studien erforderlich, um nachweisen zu können, dass die Behandlung für dieses Ergebnis verantwortlich ist. Das bedeutet, dass der Nutzen dieses Verfahrens nicht garantiert ist; wir haben weder genauen Daten über die prozentuale Wirksamkeit noch über die Art der Patienten, die am besten auf die Behandlung ansprechen.

Weiter gilt es zu beachten, dass die Nachweise aus künftigen Studien die Anwendungsprotokolle oder Kriterien für die Aufnahme oder den Ausschluss von Patientin für dessen Verwendung ändern könnten.

5
Können sie bei jeder Frau durchgeführt werden? Und können verschiedene Techniken zur Eierstockverjüngung angewendet werden, um meine Ergebnisse zu verbessern?

In einer Studie wurden diese Techniken in einer heterogenen Gruppe von Patienten bewertet: Patientinnen mit geringer Reaktion, mit suboptimalen Reaktion auf die Stimulation, mit vorzeitiger Menopause und mit physiologischer Menopause über 40 Jahren.

Allerdings wurde bisher nur bei bestimmten Patienten mit gewissen Eigenschaften eine Verbesserung festgestellt. Daher ist es Sache des Ärzteteams, zu beurteilen, ob die Behandlung im jeweiligen Fall wirksam sein kann.

6
Bei mir wurde eine niedrige ovarielle Reserve festgestellt. Kann ich beide Behandlungen zur Eierstockverjüngung durchführen, um die Anzahl von Eizellen zu erhöhen?

Bei der geringen ovariellen Reaktion werden bei einer Stimulationsbehandlung der Eierstöcke 3 oder weniger Eizellen entnommen. Eine geringe Reaktion kann vorhergesagt werden, wenn die Marker für die ovarielle Reserve verringert sind.

Die Forschung konzentriert sich beständig darauf, diese ovarielle Reaktion zu erhöhen, da die Anzahl der Eizellen den wichtigsten Faktor für den Erfolg der In‑vitro‑Fertilisation darstellt, insbesondere wenn die Qualität beeinträchtigt ist.

Studien zeigen, dass bei diesen Patientinnen die Verabreichung von PRP (plättchenreiches Plasma) eine Verbesserung der ovariellen Reaktion gezeigt hat, und wir wenden diese Technik in den Stimulationsprotokollen zusammen mit anderen ergänzenden Behandlungen an.

Es ist ein sehr einfaches Verfahren, bei dem eine Eigenblutprobe der Patientin aufbereitet wird, um eine Menge zu erhalten, die reich an Blutplättchen ist und die dann innerhalb des Eierstocks verabreicht wird. Die Blutplättchen setzen eine große Menge an Wachstumsfaktoren frei, die auf das Organ einwirken, auf das sie angewendet werden. Das Verfahren ähnelt dem, das bei der ovariellen Punktion zur Eizellentnahme durchgeführt wird.

7
Kann jeder Patient mit niedriger Reserve plättchenreiches Plasma (PRP) verwenden? Gibt es eine Altersgrenze und bestehen irgendwelche Risiken?

Die derzeit vorliegenden Erkenntnisse empfehlen diese Art von Behandlung nicht bei Patientinnen, die sich bereits in der Menopause befinden.

Wir würden sie daher bei jenen Patientinnen anwenden, bei denen eine Reaktion auf die Behandlung vorhanden ist, diese jedoch gering ist. Es gibt keine Altersgrenze für die Anwendung, aber die Behandlung wird die Prognose bei älteren Patientinnen nicht verbessern, da sie sich nicht auf die Qualität der Eizellen auswirkt; somit rät der Arzt möglicherweise von der Anwendung ab, wie es auch bei der In-vitro-Fertilisation der Fall ist.

Es gibt einige medizinische Kontraindikationen für die Verwendung von PRP, die der Arzt prüfen muss, obwohl gemäß den vorliegenden Daten nicht von Nebenwirkungen bei der Behandlung berichtet wurde. Die Risiken sind wie die bei der ovariellen Punktion selbst, ähnlich wie bei der Eizellentnahme. Sie sind sehr selten und treten bei weniger als 1 von 500 Punktionen auf. Es kann zu leichten Blutungen oder Schmerzen kommen und in sehr seltenen Fällen besteht das Risiko einer Infektion oder einer Punktion der Bereiche um den Eierstock.

8
Gibt es eine Alternative zur Eizellspende, wenn eine vorzeitige Menopause (Ovarialinsuffizienz) diagnostiziert wurde?

Wenn die ovarielle Reserve definitiv erschöpft ist, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft mit eigenen Eizellen praktisch bei null und die geeignete Behandlung wäre ein Eizellspende.

Bei einigen Patientinnen tritt der Verlust oder die Erschöpfung von Eizellen bereits in jungen Jahren auf, sodass sie vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kommen, bekannt als Ovarialinsuffizienz oder vorzeitige Menopause. Bei diesen Patientinnen können einigen spontane Zyklen oder Schwangerschaften auftreten, wann dies eintritt, ist jedoch nicht vorherzusehen.

Die ovarielle Fragmentierung und autologe Transplantation (OFFA) ist eine Technik bei der über spontane Schwangerschaften und Schwangerschaften nach In‑vitro‑Fertilisation bei dieser Art von Patientinnen berichtet wurde.

Dazu ist eine Laparoskopie erforderlich, ein chirurgischer Eingriff, bei dem eine Kamera und einige Instrumente durch kleine Schnitte im Bauch eingeführt werden. Dadurch ist es möglich, die Bauchhöhle sichtbar zu machen und einen Teil des Eierstocks zu entnehmen, der in kleine Würfel zerlegt und wieder eingesetzt wird. Es hat sich gezeigt, dass die im Eierstock durch die Fragmentierung hervorgerufene mechanische „Beschädigung“ möglicherweise einen kleinen Pool von intakten Eizellen aktiviert, der bei Patientinnen mit vorzeitiger Menopause vorhanden ist.

Die meisten positiven Ergebnisse wurden bei Patientinnen unter 36 Jahren erzielt, weshalb wir diese Technik stets bei Patientinnen unter 40 Jahren durchführen. Diese Behandlung ist vorerst nicht für Patientinnen mit niedriger ovarieller Reserve vorgesehen, bei denen der Eierstock noch auf die Stimulation reagiert.

9
Birgt die ovarielle Fragmentierung Risiken? Gibt es Kontraindikationen?

Die Laparoskopie ist ein Routineeingriff, der von Gynäkologen bei einer Vielzahl von Problemen durchgeführt wird, wie zur Entfernung von Eierstockzysten.

Die Risiken sind die gleichen wie bei einem chirurgischen Eingriff dieser Art; bei der Fragmentierung wurde kein zusätzliches Risiko beobachtet.

Wie bei der PRP gibt es eine Reihe von Kontraindikationen, die es zu beachten gilt, wie vorhandene Pathologien in den Eierstöcken, das Vorhandensein eines einzigen Eierstocks oder eine Ovarialinsuffizienz aus genetischen Gründen oder nach einer Chemotherapie.

10
Kann ich mich im fortgeschrittenen Alter einer Eierstockverjüngung unterziehen, um eine Eizellenspende zu vermeiden?

Keine Behandlung kann den allmählichen Verlust von Eizellen aufhalten oder die Qualität der Eizellen verbessern, sodass in diesem Fall immer noch die Spende die geeignete Behandlung wäre.

Die Anwendung neuer Techniken bei dieser Patientengruppe sollte nur im Rahmen von Forschungsstudien oder nach Vorliegen eindeutiger wissenschaftlicher Belege für ihre Anwendung erfolgen.

11
Sind dies die einzigen Techniken, die wir zur Verbesserung der ovariellen Reserve anwenden können?

In den letzten Jahren hat die Abteilung für niedrige ovarielle Reserven wichtige Fortschritte erzielt, die es uns ermöglicht haben, die Prognose von Patientinnen mit geringer ovarieller Reaktion zu verbessern.

Die Pharmakogenetik hat es uns ermöglicht, für jede Patientin eine spezielle Behandlung zu entwickeln; es wurden verschiedene Stimulationsstrategien angewandt, wie z. B. die Akkumulation von Eizellen bei der Doppelstimulation oder Stimulationen in verschiedenen Phasen des Zyklus. Diese neuen Techniken zur Aktivierung der Eierstöcke sind ein weiterer Versuch, die größtmögliche Anzahl von Eizellen bei Patientinnen zu entnehmen oder sogar eine Reaktion der Eierstöcke bei Patientinnen zu erreichen, die zuvor keine aufwiesen. Es wird stets versucht, eine Schwangerschaft mit den eigenen Eizellen der Patientin zu erreichen, soweit die verfügbaren Behandlungen dies zulassen. In einigen Fällen ist die Eizellspende die einzig vernünftige Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu erreichen.

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Woher weiß ich, welche Behandlung zur Eierstockverjüngung am besten für mich geeignet ist?

Das wichtigste ist es, sich vom Arzt beraten zu lassen, ob eine dieser neuen Techniken ratsam ist und ob sie möglicherweise einen Nutzen bringt, damit keine Behandlungen mit unsicheren oder irreführenden Ergebnissen durchgeführt werden.

So kann der Arzt auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse von einer bestimmten Technik komplett abraten oder empfehlen, die Behandlung zur künstlichen Befruchtung nicht weiterzuführen.

13
Ist plättchenreiches Plasma (PRP) dasselbe wie Plasma, das reich an Wachstumsfaktoren ist (P.R.G.F.)?

Im Großen und Ganzen handelt es sich um unterschiedliche Bezeichnungen für ein und dieselbe Substanz. Plättchenreiches Plasma ist ein Teil des Blutes des Patienten, der eine höhere Konzentration von Blutplättchen aufweist, als die basale Konzentration.

Die Blutplättchen setzen Wachstumsfaktoren frei, sodass durch die Erhöhung der Anzahl von Plättchen in der verwendeten Probe die Konzentration der in das Plasma abgegebenen Wachstumsfaktoren erhöht wird. Diese Wachstumsfaktoren sind für die positive Wirkung auf die Aktivierung der Eierstöcke verantwortlich.

Es gibt jedoch verschiedene Techniken und Systeme zur Gewinnung der Probe im Labor, und die verwendete Methode kann die endgültige Anzahl der Blutplättchen in der Probe und damit die Konzentration der freigesetzten Wachstumsfaktoren beeinflussen. Eine Konzentration von 1.000.000 Blutplättchen pro µl gilt als ideal, um eine optimale Versorgung mit Wachstumsfaktoren zu gewährleisten. Einige im Handel erhältliche Kits gewährleisten eine im Voraus bekannte Konzentration von Wachstumsfaktoren, obwohl es dem Labor des Zentrums obliegt, zu überprüfen, ob die Proben die entsprechende Konzentration von Blutplättchen enthalten, die bei den für intraovarielles PRP verfügbaren Studien verwendet werden.

Doppelte IVF

Doppelte IVF bei niedriger ovarieller Reserve

Zwei In-Vitro-Fertilisationen in nur einem Zyklus: mehr Embryonen, höhere Wahrscheinlichkeit

Bei der doppelten IVF wird eine doppelte In-vitro-Fertilisation (IVF) in nur einem Zyklus durchgeführt, wobei die erzeugten Embryonen nach der ersten Eizellentnahme in der ersten Zyklushälfte kryokonserviert werden. Anschließend erfolgt die zweite Stimulation in der Lutealphase (nach dem Eisprung) mit einer zweiten Entnahme von Eizellen, deren anschließende In-vitro-Fertilisation und die Vitrifizierung der erzeugten Embryonen, die zu den vorherigen hinzukommen. Auf diese Art und Weise werden mehr Embryonen gewonnen als mit einer herkömmlichen IVF.

Der Transfer der Embryonen wird in einem späteren Zyklus durchgeführt, der keine ovarielle Stimulation erfordert und somit frei von möglichen Beeinträchtigungen der endometriale Empfänglichkeit ist.

Doppelte IVF bei niedriger ovarieller Reserve

Dreifache IVF

Bei bestimmten Patientinnen mit niedriger ovarieller Reserve kann es ratsam sein, eine dritte Stimulation mit der nachfolgenden In-vitro-Fertilisation durchzuführen, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, geeignete Embryonen zu erhalten.

F+E+I: Beweise für eine aufeinanderfolgende doppelte Stimulation

Die Ergebnisse der 2019 am Instituto Bernabeu begonnenen Forschung für die Behandlung von Patientinnen mit geringer ovarieller Reaktion bestätigen den Nutzen von Protokollen einer konsekutiven Stimulation der Eierstöcke. Auf diese Weise können die Gesamtergebnisse verbessert werden. Darauf deuten die Forschungsarbeiten hin, die auf dem ESHRE-Kongress 2021 (European Society Human Reproduction & Embriology) vorgestellt wurden.

Vorteile

Emotional. Diese Technik bietet die maximalen Möglichkeiten Mutter mit eigenen Eizellen zu werden, um nicht auf die Eizellspende zurückgreifen zu müssen. Die Wartezeit und die Behandlungsdauer werden verringert und in nur einem Zyklus konzentriert.

Wirtschaftlich. Das vorrangige Ziel des Instituto Bernabeu ist die Schwangerschaft seiner Patienten. Die Diagnose einer niedrigen ovariellen Reserve erfordert in der Regel komplexere und damit teurere Behandlungen. Um sie zugänglicher zu machen, haben wir die konsekutive doppelte IVF geschaffen, die einen großen Teil der Kosten reduziert, die bei der Durchführung mehrerer standardisierter In‑vitro‑Fertilisationen anfallen würden.

Wirksam. Die Effizienz eines eingefrorenen Embryos liegt deutlich über der einer Eizelle. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Einnistung von Embryonen.

Natürlichere Übertragung. Durch den verzögerten Embryonentransfer können wir Protokolle anwenden, welche die geringe ovarielle Reaktion verbessern können, ohne dass wir uns darum kümmern müssen, ob eine solche Stimulation die Empfänglichkeit der Gebärmutter beeinträchtigen könnte. Der Transfer erfolgt in einem nachfolgenden natürlichen Zyklus oder in einem Zyklus, in dem die Gebärmutter speziell vorbereitet wird, um ihre Aufnahmefähigkeit zu optimieren und so die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

Forschung zur geringen Eizellreserve

Fortschritte in der Forschung zu niedriger ovarieller Reaktion

Mit seiner Abteilung für niedrige ovarielle Reaktion ist das Instituto Bernabeu ein Pionier bei der Erforschung dieses Feldes. Als Anerkennung dieses investigativen Engagements wurde unser Institut 2012 von der US-amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin ASRM für seine Forschungsarbeit über genetische Polymorphie bei Frauen mit niedriger ovarieller Reaktion ausgezeichnet. Das Institut war darüber hinaus weltweit das erste, das mit der Einführung eines neuen Tests mit dem Namen „IBgen FIV“ das Konzept der Pharmakogenetik bei der ovariellen Stimulation angewandt hat.

Derzeit konzentrieren sich unsere Forschungslinien auf drei fundamentale Aspekte:

  1. Die Untersuchung der genetischen Faktoren, die die ovarielle Alterung beeinflussen, und die Entwicklung von vorausschauenden Modellen, die Frauen dabei helfen, ihr Familienleben zu planen;
  2. Fortschritte in der Pharmakogenetik, die eine Personalisierung von Stimulationsprogrammen je nach genetischem Profil der Patientin ermöglichen und damit ihre Reaktion auf Hormone verbessern;
  3. Erforschung neuer Stimulationsmethoden mittels klinischer Tests bei Patientinnen mit niedriger ovarieller Reaktion, wie beispielsweise neue Studien in der Gelbkörperphase.
  4. Verabreichung von Patienten-eigenem plättchenreichem Plasma (PRP) in den Eierstock, um die Aktivierung von „schlafenden Follikeln“ zu fördern und die Eizellgewinnung zu steigern.

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