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Was steckt hinter dem Begriff SIRHA (Informationssystem für künstliche Befruchtung beim Menschen)? Sicherheit für Patienten und für Kliniken für künstliche Befruchtung

Was steckt hinter dem Begriff SIRHA (Informationssystem für künstliche Befruchtung beim Menschen)? Sicherheit für Patienten und für Kliniken für künstliche Befruchtung

SIRHA steht für „Informationssystem für künstliche Befruchtung beim Menschen“ und ist eine Informationsplattform, die vom spanischen Gesundheitsdienst eingerichtet wurde und auf der alle Aktivitäten im Zusammenhang mit Techniken zur künstlichen Befruchtung aller Zentren für Reproduktionsmedizin landesweit registriert sind und eingesehen werden können. Es umfasst das Register der Zentren für Reproduktionsmedizin, das Nationale Register der Aktivitäten und Ergebnisse der verschiedenen Zentren und das lang erwartete Nationale Register für Gameten- und Embryonenspender.

Was ist das Informationssystem für künstliche Befruchtung beim Menschen (SIRHA)?

Spanien ist das Land in Europa, in dem die meisten Behandlungen mit Spenden von Eizellen (Eizellspende) durchgeführt werden, was hauptsächlich an der Qualität und dem guten Ruf der spanischen Kliniken liegt und an den Unterschieden in der Gesetzgebung, welche diese und andere Verfahren in anderen Ländern beschränken. Zur Verbesserung dieser Verfahren und für mehr Transparenz und Sicherheit für die Patienten wurde SIRHA entwickelt:

Nationales Register für Gameten- und Präembryonenspender

Dies ist wahrscheinlich der wichtigste Beitrag dieser Initiative. Es handelt sich um ein Verwaltungssystem für ein einziges Register von Gametenspendern auf nationaler Ebene, das eine bessere Kontrolle über die Anzahl der Spenden sowie über das Ergebnis dieser Spenden und die an den Spendern durchgeführten Studien ermöglicht und dabei natürlich die Anonymität der Teilnehmer gewährleistet.

Hintergrund

Die Einrichtung eines nationalen Spenderregisters wurde bereits im ersten Gesetz zur künstlichen Befruchtung, das 1988 erlassen wurde, erstmals thematisiert, und in den letzten Jahren auf Betreiben der Europäischen Union umgesetzt. In diesem Gesetz wurde außerdem festgelegt, dass maximal 6 Kinder von ein und demselben Spender gezeugt werden dürfen. Das war jedoch sehr schwer zu überprüfen, denn obwohl jede Klink über eigene Register zu Spendern verfügte, welche das Zentrum aufsuchten, gab es keine zuverlässigen Mechanismen, um das Ergebnis möglicher Spenden zu kontrollieren, die in anderen Kliniken gemacht worden sein könnten.

Rolle von SIRHA bei der Verwaltung von Gametenspenden

Die elektronische Plattform SIRHA bietet eine Lösung für genau dieses Problem, da sie eine korrekte Rückverfolgbarkeit vom Ursprung bis zum Bestimmungsort ermöglicht, sowie eine umfassende Verwaltung von Behandlungen zur künstlichen Befruchtung, bei denen gespendete Gameten verwendet werden. 

Wie funktioniert die Plattform?

Für die Entwicklung dieses Systems wird jeder Spender auf der Plattform erfasst und mit einer eindeutigen Spendernummer identifiziert, die unabhängig von der Klinik ist, in welcher die Spende erfolgt. Sobald die entsprechenden Untersuchungen durchgeführt wurden und die Eignung als Spender bestätigt wird, weist die Plattform jeder einzelnen Spende eine eindeutige Spendernummer oder SEC (Einheitlicher Europäischer Code) zu. Kurz gesagt, enthält diese Nummer Informationen über das Land und das Zentrum, in dem die Spende getätigt wurde, und eine Identifikationsnummer der Spende und der Art der biologischen Probe – ob es sich um Eizellen, Sperma oder Embryonen handelt.

Mit dieser Identifikationsnummer sollen die Herkunft und das endgültige Ziel der gespendeten Gameten zurückverfolgt werden können, wobei stets die Anonymität des Spenders und der Empfängerpatientin mit den entsprechenden elektronischen Sicherheitsmaßnahmen gewahrt wird.

Welchen Nutzen hat das nationale Spenderregister SIRHA für Zentren und Patienten?

Es erfasst zentral das Ergebnis jeder Spende und die Kinder in jeder Einrichtung, in der ein Spender spenden konnte. Somit ermöglicht dieses Instrument:

  • Die tatsächliche Kontrolle der pro Spender geborenen Babys gemäß den Vorschriften (nicht mehr als 6).
  • Außerdem verfügt es über ein Biomonitoring-Modul, damit bei einem unerwarteten unerwünschten Ereignis, das bei einem Neugeborenen festgestellt wird und bei dem der Verdacht besteht, dass es einen genetischen Ursprung hat, die entsprechenden Maßnahmen in Bezug auf den Spender ergriffen werden können, um zu verhindern, dass es erneut auftritt.

Wie ist der derzeitige Stand der offiziellen Register für künstliche Befruchtung?

SIRHA

Derzeit werden an allen Standorten des Instituto Bernabeu Informationen aktiv an dieses Verwaltungssystem weitergegeben. SIRHA wurde stufenweise integriert – die Geschwindigkeit wurde dabei von den verschiedenen Autonomen Gemeinschaften vorgegeben.

Nationales Register von Einrichtungen für künstliche Befruchtung

Wussten Sie, dass es in Spanien über 300 Zentren für Reproduktionsmedizin gibt? Und die Zahl steigt. Ziel dieses Registers ist, die Zahlen auf dem neusten Stand zu halten und außerdem die verschiedenen Verfahren festzulegen, für die sie innerhalb des Spektrums der bestehenden Behandlungsmöglichkeiten zugelassen sind. Sie können das Angebot an Behandlungen des Instituto Bernabeu unter folgendem Link einsehen: http://regcess.mscbs.es/regcessWeb/inicioBuscarCentrosAction.do

Nationales Register für Verfahren und Ergebnisse von Reproduktionstechniken (SEF-Register)

Seit 2016 sind alle offiziellen Fruchtbarkeitszentren dazu verpflichtet, jährlich ihre Aktivität und ihre einzelnen Erfolgsraten für jede der verwendeten Techniken an das Register zu melden, das gemeinsam vom spanischen Gesundheitsministerium und von der Spanischen Gesellschaft für Fruchtbarkeit koordiniert wird. Das Register hat einen doppelten Zweck. Einerseits ist es öffentlich und steht damit jedem Patienten offen, der darauf zugreifen möchte. Er hat mit diesen Daten eine objektive Informationsquelle, um die Entscheidungsfindung bei der Wahl der Klinik, in der die Behandlung durchgeführt werden soll, zu erleichtern. Andererseits bietet es den Fachkräften sehr wertvolle Informationen über die Entwicklung der Praxis der Reproduktionsmedizin in Spanien.

Jaime Guerrero, Biologe am Instituto Bernabeu.

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