FORUM BLOG

COVID-Impfung, Fruchtbarkeitsbehandlung und Schwangerschaft

COVID-Impfung, Fruchtbarkeitsbehandlung und Schwangerschaft

Die Impfung gegen Covid-19 ist bereits Wirklichkeit. Und mit ihr auch einige Unbekannte, von denen Fruchtbarkeitsbehandlungen und Schwangerschaft direkt betroffen sind, da es wegen der kurzen Zeit, die vergangen ist, noch keine schlüssigen Untersuchungen gibt.

Seit Dezember 2020 werden in Europa drei Impfstoffe verabreicht, die auf unterschiedlichen Technologien basieren, mit dem Ziel, eine Immunität gegen das Virus zu schaffen. Zwei von ihnen, der von Pfizer/BioNTech und der von Moderna, basieren auf der Messenger-RNA (sie bringen unseren Zellen bei, ein Protein zur Auslösung einer Immunantwort zu produzieren), und der Impfstoff von AstraZeneca verwendet virale Vektoren (er nutzt als Grundlage ein anderes Virus, das für den Kampf gegen das Coronavirus umgewandelt und angepasst wurde). In allen drei Fällen sind für das Erreichen der Immunität zwei Dosen erforderlich, die im Abstand von zwei bis drei Wochen verabreicht werden.

Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) empfiehlt diese Impfung, wobei die Risikogruppen Vorrang haben sollten. Jedes europäische Land hat seinen entsprechenden nationalen Plan hierzu festgelegt.

Unsere Bewertung

Wir gehören zu den Befürwortern der Impfung gegen Covid-19, und wir sind der Meinung, dass sie der gesamten Bevölkerung generell empfohlen werden sollte. Immer unter Berücksichtigung der besonderen Situation jedes Falles und unter höchsten Vorsichtsmaßnahmen.

Das Ziel ist der Kampf gegen die Fortdauer der aktuellen Lage der Unsicherheit und deren kaum vorhersehbares Auf und Ab. Es gilt, der Verbreitung der Krankheit entgegenzuwirken und die verheerenden Auswirkungen für die meisten beruflichen Tätigkeiten sowie deren untragbare wirtschaftliche Rückwirkungen zu reduzieren.

Die Position des Instituto Bernabeu bezüglich der Impfung unserer Patienten ist in diesen vier Punkten zusammengefasst:

  1. Befürwortende Stellungnahme zur Impfung, nach entsprechender Genehmigung durch die Gesundheitsbehörden.
  2. Wie die ersten Impfungen zeigen, mit deren Verabreichung begonnen wurde, sollten Frauen mit einer Schwangerschaft warten, bis zwei Wochen nach der letzten Dosis vergangen sind. Währenddessen können bei Patientinnen mit Fruchtbarkeitsproblemen die Voruntersuchungen, ovarielle Stimulation, IVF, Embryonenbiopsien und weitere Behandlungsphasen begonnen werden, mit Ausnahme des Embryonentransfers, der erst 14 Tage nach der letzten Impfdosis erfolgen darf.
  3. Für Patienten, die die proaktive Vision teilen: Impfung so bald wie möglich und die Schritte des vorherigen Punktes befolgen.
  4. Patienten, die sich nicht impfen lassen wollen: Sie können mit der assistierten Reproduktionsbehandlung beginnen, wobei sie diesen Umstand im klinischen Verlauf bekannt geben und immer die etablierten Präventionsmaßnahmen anwenden.

Wir sind bereit, ihre Präferenzen stets zu berücksichtigen, und behalten unsere klare Entschlossenheit bei, in jedem Fall die sichersten Optionen anzubieten.

Empfehlungen der Europäischen Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie (ESHRE) bezüglich der Impfung gegen Covid-19

Kürzlich hat die Arbeitsgroppe ESHRE COVID-19 eine Reihe von Empfehlungen zur Impfung gegen Covid-19 im Bereich der künstlichen Befruchtung veröffentlicht. Im Großen und Ganzen stimmen sie mit den bereits zuvor am Instituto Bernabeu vorgeschlagenen und veröffentlichten Empfehlungen überein.

Die europäische Behörde betont, dass Männer und Frauen im reproduktiven Alter, die eine Schwangerschaft planen, entsprechend ihrem individuellen Risiko einer Covid-19-Erkrankung und/oder ihrer beruflichen Exposition in diese Impfprogrammeaufgenommen werden sollten.

Die ESHRE weist darauf hin, dass inaktivierte und auf Toxoiden basierende Impfstoffe als sicher für ihre Verwendung während der Schwangerschaft betrachtet werden. Und sie versucht, die am häufigsten gestellten Fragen zu beantworten:

Sollte ich mich impfen lassen, bevor ich eine Behandlung der künstlichen Befruchtung beginne oder bevor ich eine Schwangerschaft anstrebe?

Es fehlt an Informationen über die möglichen Auswirkungen der COVID-19-Impfung bei Reproduktionsbehandlungen und bei zukünftigen Schwangerschaften. Die Informationen, die die bisherigen Impfungen liefern, bestätigen, dass bei Tierstudien keine schädlichen Auswirkungen auf die Schwangerschaft festgestellt wurden“. Die Daten während der Schwangerschaft werden allerdings als „sehr begrenzt“ bezeichnet, und es fehlen Daten zur Stillzeit. Daher kann die ESHRE keine Empfehlungen darüber abgeben, ob Männer und Frauen, die durch künstliche Befruchtung Eltern werden möchten, sich vor Beginn der Fruchtbarkeitsbehandlung impfen lassen sollten.

Sie befürwortet jedoch nachdrücklich die Impfung bei Frauen mit chronischen Krankheiten und bei Frauen mit Hochrisiko-Exposition gegenüber einer Infektion mit dem Virus.

Zudem macht  die ESHRE deutlich, dass für Männer und Frauen, die in Ländern leben, in denen die Impfung nicht verfügbar ist, oder die einfach entscheiden, sich nicht impfen zu lassen, kein Hindernisgrund für den Beginn einer Behandlung der künstlichen Befruchtung bestehen sollte.

Des Weiteren weist das spanische Gesundheitsministerium, mit der derzeit gebotenen Vorsicht aufgrund des Mangels an Studien, darauf hin, dass bei Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder die bereits schwanger sind, die vorhandenen Impfungen weder den Fötus noch die Schwangere selbst beeinträchtigen, da sie keine aktive Viren enthalten.

Sollten Paare, die die Impfung COVID-19 erhalten haben, die Empfängnis verschieben, und wenn ja, wie lange?

Es gibt unterschiedliche Standpunkte über die Notwendigkeit, die Empfängnis nach der Impfung zu verschieben. Es scheint ratsam, sie nach dem Abschluss der Impfung (d.h. nach der zweiten Dosis) mindestens um einige Tage hinauszuzögern, um dem Körper Zeit zu geben, dass sich seine Immunantwort stabilisiert.

AKTUALISIERUNG COVID JUNI 2021

Für diese Aktualisierung wurden die vier sehr aktuellen Dokumente geprüft, die beigefügt sind:

  • ESHRE: SARSCOV2 und Anpassung der Betreuung
  • ESHRE: COVID19 Impfung
  • GESUNDHEITSMINISTERIUM: Aktualisierung Nr. 7
  • SEGO-FACME: Impfung gegen Covid

Zusammenfassend betrachtet bleibt das Instituto Bernabeu bei der Empfehlung, dass die gesamte Bevölkerung, die sich gegen Covid impfen lassen kann, dies so bald wie möglich tun sollte.

Sie werden geschützt sein, und falls sie sich vor, während oder nach dem Beginn der Schwangerschaft mit der Krankheit anstecken, sinkt das Risiko von Komplikationen durch COVID19 erheblich. Dies ist die Priorität. Die Vorsicht rät allerdings, die Risiken auf personalisierte Weise in jedem Einzelfall zu bewerten, und daher die Empfehlungen.

Impfung in Schwangere und Stillende:

  • Die Impfung muss aktiv gefördert werden
  • Immer nur mit den Impfungen vom Typ RNAm (Pfizer oder Moderna)
  • Niemals in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten impfen, d.h. erst ab Woche 12

Patientinnen in einer Behandlung der künstlichen Befruchtung:

  • Förderung der Impfung
  • Nach der Verabreichung der zweiten Dosis kann unverzüglich der Embryonentransfer erfolgen

Weitere Aspekte

DIE ESHRE HEBT EINE REIHE VON ASPEKTEN HERVOR:

  • Bisher gibt es noch keine Informationen über die Rolle der Impfung bei Patienten und Personal, die schon eine COVID-19-Erkrankung hinter sich haben, und bei denen sich eine Immunität herausgebildet haben könnte.
  • Die ESHRE empfiehlt, die Ergebnisse der Behandlungen der künstlichen Befruchtung zu überwachen und die Werte von geimpften bzw. nicht geimpften Patienten zu vergleichen.
  • Sie bittet die Hersteller von COVID-19-Impfstoffen, Informationen und wichtige Ratschläge über die Impfung bei schwangeren Frauen und Paaren mit Schwangerschaftsplänen zu liefern.
  • Und schließlich betont die ESHRE, dass es bis heute keine Informationen über die Sicherheit der unterschiedlichen Impfstoffe während einer Reproduktionsbehandlung oder während der Schwangerschaft gibt, und man keine Empfehlung darüber abgeben kann, welche die sicherste ist.

DIE PHARMAUNTERNEHMEN HABEN EINE REIHE VON OFFENEN FRAGEN NICHT BEANTWORTET:

  • Was passiert nach der Zeit von 2 Monaten nach der Impfung?
  • Schützt die Impfung gegen asymptomatische Infektionen bei nicht geimpften Personen, und was geschieht, wenn die 2. Dosis nicht verabreicht wird?
  • Ist die Impfung wirksam im Falle von neuen Virenstämmen?
  • Was würde mit anderen Bevölkerungsgruppen passieren, wie Schwangeren, Kindern, Menschen mit Immunschwäche?

BIBLIOGRAPHISCHE REFERENZ

(*1) .https://acaai.org/news/american-college-allergy-asthma-and-immunology-updates-guidance-risk-allergic-reactions-mrn

(*2) Asociaciones Españolas de Pediatría y de Vacunología y las Sociedades Españolas de Inmunología, Microbiología y de Virología manifiestan su apoyo y asesoramiento a la vacunación contra la covid-19.

(*3) Manifiesto a favor de la vacunación frente a SARS-CoV2 y documento de preguntas y respuestas sobre la vacuna de la Sociedad Española de Pediatría.

(*4) Joint IFFS/ ESHRE statement on COVID-19 vaccination for pregnant women and those considering pregnancy

DIES KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN:

  • Wir schützen Sie gegen Covid-19
  • Empfehlungen von der European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE), gegen das Coronavirus COVID-19
  • Veröffentlichung in sozialen Netzwerken. Coronavirus-Zeit
  • IVF Laborsicherheit in Coronavirus-Zeit

Dr. Jordi Suñol.  Gynäkologen aus dem Instituto Bernabeu Covid-19 Überwachungskomitee.

Lass uns reden

Wir beraten Sie unverbindlich

MOMENTANE SITUATION

COVID-19