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“Dual Trigger oder Double Trigger”: Protokoll der doppelten Induktion der Eizellreifung

“Dual Trigger oder Double Trigger”: Protokoll der doppelten Induktion der Eizellreifung

Sobald das Ovarialfollikel eine angemessene Größe erreicht hat, erfolgt die natürliche Freisetzung des luteinisierenden Hormons (LH) durch die Hypophyse, mit dem Ziel der Vollendung des Reifeprozesses der Eizelle und der Einleitung der Prozesse, die zum Eisprung führen. In den Zyklen der Techniken der künstlichen Befruchtung ist die verabreichte Substanz für diese Funktion dagegen das hCG (humanes Choriongonadotropin).

Das hCG ist ein Hormon mit einer ähnlichen Struktur wie das LH (85% ihrer Komponenten sind identisch) und übt die gleiche Funktion auf den Eierstock aus: die Reifung der Eizelle und die Förderung des Eisprungs. Außerdem ist das hCG seit Jahrzehnten in der klinischen Praxis verfügbar (sogar noch vor dem Aufkommen der In-vitro-Fertilisation), und seine Herstellung ist weder kompliziert noch teuer. So wurde es aufgrund seiner Wirksamkeit, der niedrigen Kosten und der einfachen Verabreichung (subkutan) schon früh in den Zyklen der ovariellen Stimulation angewandt.

Mindestens zwei Jahrzehnte lang hat das hCG es ermöglicht, die Behandlungen der In-vitro-Fertilisation erfolgreich abzuschließen und den Transfer von frischen Embryonen zu erleichtern, womit es das dominante Medikament für die Induktion der finalen Eizellreifung bei den Zyklen der In-vitro-Fertilisation (IVF) war.

Neue Protokolle der ovariellen Stimulation

Mit der Entwicklung von neuen Medikamenten (wie den GnRH-Antagonisten) und dem Entwurf von neuen Protokollen der ovariellen Stimulation wird allmählich ein neues Agens zur Induktion der finalen Eizellreifung interessant: die “Pille” des GnRH-Agonisten. Dieses neue Agens hat den Vorteil, eine ziemlich ähnliche finale Eizellreifung zu induzieren wie diejenige, die auf natürliche Weise erfolgt, da sie die Freisetzung des luteinisierenden Hormons selbst durch die Hypophyse induziert, d.h. nach einer ovariellen Stimulation und der Erzeugung von mehreren Follikeln für eine IVF können wir schließlich bewirken, dass diese auf eher physiologische Weise reifen.

Die Agonisten-“Pille” zur Induktion der Eizellreifung wird im Wesentlichen zur Prävention des gefürchteten ovariellen Hyperstimulationssyndroms (OHSS) verwendet, einer Komplikation mit potenzieller Lebensgefahr bei den Techniken der künstlichen Befruchtung.

Je nach Art des verwendeten Stimulationsprotokolls wird normalerweise das eine oder das andere Agens für die Induktion der finalen Eizellreifung verwendet; allerdings eröffnete eine Publikation von 2013 die Möglichkeit, beide Medikamente simultan zu verwenden: hCG + Agonisten-“Pille”, eine Strategie, die heute “Dual Trigger oder Double Trigger” (Castillo et al. 2013)* genannt wird. Wenn beide Agenzien verwendet werden, wirkt eines von ihnen (das hCG) direkt auf den Eierstock, und das andere (die Agonisten-“Pille”) fördert die Freisetzung des luteinisierenden Hormons selbst durch die Hypophyse; d.h. die finale Reifung wird auf zwei verschiedenen Wegen induziert.

Einige Studien weisen darauf hin, dass dieses Protokoll eine synergetische Wirkung beider Agenzien der Induktion erzeugt, was die Prozesse der finalen Reifung begünstigt, und dies hat sich als wirksam erwiesen, wenn wir Zyklen mit außergewöhnlichen Ergebnissen gegenüberstellen, wie das Leere-Follikel-Syndrom (keine Erlangung von Eizellen nach einer ovariellen Punktion) oder das Polyzystische Ovar-Syndrom (Entstehung von Eizellen ohne vollständige Reifung); zusätzlich zeigen Überprüfungen zu dem Thema, dass der Double Trigger im Allgemeinen sogar bei Zyklen der IVF-Stimulation in der Lage ist, die Anzahl und Reife der wiedergewonnenen Eizellen zu erhöhen, und weisen sogar darauf hin, dass hierbei Embryonen von höherer Qualität erzeugt werden, womit die Möglichkeiten einer Schwangerschaft verbessert werden (Castillo et al. 2020)*.

Zusammenfassend stellt sich der Double Trigger als immer häufiger verwendetes Werkzeug heraus, dessen synergetische Wirkung das Potenzial zur Verbesserung der Labor- und der reproduktiven Ergebnisse bei den Zyklen der In-vitro-Fertilisation hat, sofern die Patientin kein Risiko eines ovariellen Hyperstimulationssyndroms aufweist.

ZEITUNGSBIBLIOTHEK:

CASTILLO, J., MORENO, J., DOLZ, M., BONILLA-MUSOLES, F.. Successful Pregnancy Following Dual Triggering Concept (rhCG + GnRH Agonist) in a Patient Showing Repetitive Inmature Oocytes and Empty Follicle Syndrome: Case Report. Journal of Medical Cases, North America, 4, feb. 2013. Available at: https://www.journalmc.org/index.php/JMC/article/view/1055/598

Castillo JC, Haahr T, Martínez-Moya M, Humaidan P. Gonadotropin-releasing hormone agonist ovulation trigger-beyond OHSS prevention. Ups J Med Sci. 2020 May;125(2):138-143.

Dr. Juan Carlos CastilloGynäkologe am Instituto Bernabeu

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