Wie können die Möglichkeiten einer Schwangerschaft bei Frauen mit Fettleibigkeit erhöht werden? - Instituto Bernabeu

Ausmaß des Problems

Die Fettleibigkeit ist ein Problem der öffentlichen Gesundheit sowohl bei der allgemeinen Bevölkerung als bei Frauen im fruchtbaren Alter. Dieses Problem ist weit davon entfernt, zurückzugehen, und erhöht sich in den letzten Jahren zunehmend.

Eine Studie, die in der Zeitschrift the lancet veröffentlich wurde, kommt zu dem Schluss, dass 13% der Weltbevölkerung Probleme mit dem Gewicht hat. In Spanien ist eine Zunahme der Anzahl an Menschen zu beobachten, die an dieser Krankheit leiden, was alarmierend ist, da Spanien inzwischen das Land mit den zweitmeisten Fällen von Fettleibigkeit und Übergewicht in Europa nach dem Vereinigten Königreich ist.

Die Prävalenz der Fettleibigkeit ist hoch in den USA und Europa und steigt praktisch in allen Ländern. In den USA sind über 36,5% der Erwachsenen fettleibig; die Fettleibigkeit (BMI: Body Mass Index ≥ 30 kg/m2) im reproduktiven Alter betrifft 31,8% der Frauen zwischen 20 und 39 Jahren, und steigt auf 58,5%, wenn Übergewicht und Fettleibigkeit zusammengenommen werden.

Auswirkungen der Fettleibigkeit auf die Fruchtbarkeit

Die Fruchtbarkeitsprobleme bei fettleibigen Frauen (BMI≥ 30) sind in den meisten Fällen mit der ovulatorischen Dysfunktion verbunden, und in einigen von ihnen in Verbindung mit einem Polyzystischen Ovarsyndrom. Außerdem muss betont werden, dass bei Frauen mit “normalen” ovulatorischen Zyklen die Fettleibigkeit an sich mit einer geringeren spontanen Schwangerschaftsrate und einer längeren Zeit der Suche nach einer Schwangerschaft assoziiert wird. In einer neueren Studie wurde festgestellt, dass fettleibige Frauen am Ende des reproduktiven Alters (35-49 Jahre) signifikant niedrigere AMH-Spiegel (Anti-Müller-Hormon, hatten, ein Hormon, das über die ovarielle Reserve Auskunft gibt) bis 65%, im Vergleich zu Frauen mit normalem Gewicht im gleichen Alter.

Dies sagt uns, dass fettleibige Frauen, selbst wenn sie sich scheinbar normale Zyklen bewahren, mehr Schwierigkeiten haben werden, um eine spontane Schwangerschaft zu erzielen, und außerdem weniger tatsächliche Zeit dafür haben, da sie eine geringere ovarielle Reserve zu haben scheinen. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass ein Gewichtsverlust von 5-10% diese Prognose erheblich verbessert.

Therapie der künstlichen Befruchtung (TRA) für fettleibige Frauen

Die diesbezüglichen Daten scheinen darauf hinzuweisen, dass es eine Zunahme des Scheiterns der TRA (IVF: In-vitro-FertilisationICSI: Intrazytoplasmatische Injektion) in dem Maße gibt, in dem sich das BMI der Frau erhöht, und dies wurde mit der schlechteren Qualität der erzielten Eizellen, einer schlechteren ovariellen Reaktion, einer schlechteren Qualität und Empfänglichkeit des Endometriums oder einer Kombination aus all diesen Faktoren in Verbindung gebracht.

Eine Meta-Analyse, bei der 48.000 IVF/ICSI-Zyklen analysiert wurden, bestätigt eine niedrigere klinische Schwangerschaftsrate, eine niedriger Rate an Lebendgeborenen und eine höhere Fehlgeburtenrate bei Frauen mit BMI > 25 kg/m2 im Vergleich zu Frauen mit normalem BMI. Nicht bewiesen wurde eine Zunahme anderer Komplikationen, wie ektopische Schwangerschaften, Hyperstimulationssyndrom  usw.

In einer neueren Studie (2017) wird der Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Unfruchtbarkeit bei fettleibigen Frauen untersucht. Die Fettleibigkeit scheint die Eizelle und den Embryo vor der Implantation zu beeinflussen, neben weiteren zahlreichen Faktoren, die noch untersucht werden. Dies könnte die Subfertilität erklären, die auf die gestörte Empfänglichkeit zurückzuführen ist, und die zu Abnormalitäten der Plazenta führen kann, welche sich durch höhere Fehl- und Totgeburtenraten sowie Präeklampsie bei Fettleibigen äußern.

Empfehlungen

In zahlreichen Studien wurde beobachtet, dass die Gewichtsabnahme bei fettleibigen Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen die Häufigkeit des Eisprungs und die Möglichkeit einer Schwangerschaft um 5 bis 10% verbessert.  Allen Frauen mit Fettleibigkeit (BMI ≥ 30 kg/m2) wird daher empfohlen, sich von einem Team von Spezialisten beraten zu lassen, um eine Bewertung ihres Falles vorzunehmen.

Alicia López, Ernährungs- und Diätspezialistin am Instituto Bernabeu.

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