Pharmakogenetik für die Behandlung der niedrigen ovariellen Reaktion 0

Die Anwendung der Pharmakogenetik bei der ovariellen Stimulation kommt vor allem Frauen mit niedriger ovarieller Reaktion zugute.

Was ist die Pharmakogenetik?

Es gibt viele Variablen, die die Auswirkungen von Medikamenten auf jeden Menschen verändern können, und dazu gehören die genetischen Faktoren. In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass das genetische Profil der Patienten es ermöglicht, die Unterschiede zwischen den einzelnen Individuen bei der Reaktion auf Medikamente zu erklären. Die Disziplin, die den Zusammenhang zwischen der Genetik und der unterschiedlichen Reaktionen auf Medikamente untersucht, nennt sich Pharmakogenetik.

Reproduktionsmedizin und Pharmakogenetik

Bei den IVF-Zyklen unterziehen sich die Patientinnen einer ovariellen Stimulation, und hierfür werden ihnen Gonadotropine verabreicht. Diese Familie von Medikamenten (Hormonen) ist in der Lage, das Wachstum der Follikel der Eierstöcke zu fördern. Bei vielen Patientinnen ist die Reaktion auf die Gonadotropine nicht optimal, obwohl sie eine Standarddosis erhalten.

Eine der Herausforderungen, denen wir im Bereich der Reproduktionsmedizin gegenüberstanden, war die Entwicklung von neuen Diagnosetests, die die Personalisierung des Stimulationsprotokolls je nach der Genetik der Patientin erlauben, so dass die Dosis und der Typ von Gonadotropin, die zu verabreichen sind, optimal personalisiert werden können.

IBGenFIV: Die Pharmakogenetik am Instituto Bernabeu

In der Abteilung für Genetik und Molekularbiologie am Instituto Bernabeu haben wir genetische Varianten identifiziert und beschrieben, die mit der Reaktion auf die ovarielle Stimulation zusammenhängen. Diese genetischen Varianten entsprechen Veränderungen im genetischen Code, die das Verhalten der Patientin gegenüber den Gonadotropinen verändern. Diese Veränderungen finden in wichtigen Genen beim Wachstum und bei der Reifung der Eizellen statt und betreffen etwa die Rezeptoren des FSH-Hormons, Androgene, Östrogene und das Anti-Müller-Hormon (AMH). Der IBGenFIV ist ein Diagnosetest, den unsere Patientinnen vor Beginn des IVF-Zyklus durchführen, um das genetische Profil kennenzulernen, auf die Planung des besten Stimulationsprotokolls basiert.

Niedrige ovarielle Reaktion

Der IBGenFIV ist eine besonders relevante pharmakogenetische Strategie für alle Patientinnen mit niedriger ovarieller Reserve und/oder Reaktion in vorangehenden IVF-Zyklen. Diese Patientinnen können sich die Pharmakogenetik zunutze machen, um eine höhere Anzahl von reifen Eizellen zu erlangen und die Möglichkeiten zu erhöhen, eine  evolutive Schwangerschaft zu erreichen. Nach der Durchführung dieses Diagnosetests kann der Gynäkologe anhand des genetischen Profils der Patientin das am besten geeignete Stimulationsprotokoll indizieren.

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Dr. José A. Ortiz, Molekularbiologe am Instituto Bernabeu Biotech

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