Frauen mit verringerter Ovarreserve (geringe Anzahl an Antralfollikeln und/oder niedrige Werte des Anti-Müller-Hormons) weisen bei Behandlungen im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) ein größeres Risiko für eine unzulängliche Reaktion auf die hormonelle Reaktion und niedrige Schwangerschaftsraten auf.

Das Steroidhormon DHEA (Dehydroepiandrosteron) könnte laut Forschungsergebnissen die Empfängnisraten bei einer IVF-Behandlung erhöhen, da es die ovarielle Reaktion auf die Stimulation steigert. Das DHEA-Hormon wird in der Nebenniere gebildet, der DHEA-Spiegel fällt allerdings mit dem Älterwerden stark ab. Daher gilt eine DHEA-Substitution als Anti-Aging-Medizin, die die Auswirkungen des Alterns auf die Eizellen abmildert. Auch wenn die entsprechende Behandlung in vielen Ländern, wie Großbritannien und Spanien, nicht erlaubt ist, wird das Hormon als Nahrungsmittelergänzung vermarktet und ist in vielen Ländern, darunter auch in den USA, rezeptfrei erhältlich.

Trotz der allgemeinen Anwendung von DHEA sind die klinischen Studien und Kenntnisse über den Einfluss bei der IVF heutzutage noch immer beschränkt. Die Cochrane Collaboration veröffentlichte kürzlich eine Forschungsarbeit, in der die Ergebnisse von zwölf Studien über die Verwendung des DHEA-Hormons analysiert wurden, und schloss, dass die Gabe dieses Hormons bei einer IVF-Behandlung einen Zusammenhang mit einer höheren Geburtenrate aufweisen kann. Diese Resultate scheinen darauf hinzuweisen, dass Frauen, die Placebos oder keine Behandlung erhalten hatten und deren Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei 12% lag, nach der Gabe von DHEA Werte von 15 bis 26% aufwiesen. Bei der entsprechenden Analyse wurden allerdings lediglich die höherwertigen Studien erfasst, es konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Gabe von DHEA irgendwelche positiven Auswirkungen zeigt. Obwohl die Ergebnisse bezüglich von Nebenwirkungen bei der Gabe dieses Hormons minimal und von geringer Reichweite waren, existieren derzeit keine ausreichenden Beweise, aus denen man auf die Sicherheit von DHEA schließen kann.

Um endgültige Schlussfolgerungen über die Verwendung ziehen zu können, müssen Studien ausschließlich zu diesem Zweck angefertigt werden. Solange es noch keine umfassenderen Studien gibt, die schlüssige Beweise erbringen, ist derzeit unsere einzige Empfehlung, vorsichtig bei der Gabe von DHEA für Frauen zu sein, bei denen eine niedrige ovarielle Reaktion aufweisen.

Dr. Kanna Jayaprakasan, Gynäkologe am Instituto Bernabeu.

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