Gestagene: Progesteron und Derivate 0

Was sind gestagene?

Gestagene (auch als Progestagene bekannt) sind die Hormone, deren wichtigste Aufgabe die Erhaltung der Schwangerschaft ist („pro-Gestation“), und die eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Menstruationszyklus‘ spielen. 

Gestagene gehören zu den Steroidhormonen, zusammen mit den Östrogenen, den Androgenen, den Mineralocorticoiden und den Glucocorticoiden. Diese große Familie der Steroidhormone zeichnet sich durch ein Grundgerüst mit 21-Kohlenstoffatomen aus, das Pregnan-Grundgerüst (C21) genannt wird. Auf ähnliche Weise besitzen alle Östrogene ein Estran-Grundgerüst (C18), und die Androgene ein Andran-Grundgerüst (C19). 

Welche Arten von
gestagene können wir finden?

Einige Gestagene werden natürlich produziert, andere wiederum synthetisch. Das Progesteron ist das wichtigste natürliche Gestagen im Körper, und es wird hauptsächlich in den Eierstöcken aus dem im Blut zirkulierendem Cholesterin synthetisiert. Künstliche Gestagene, die im Labor geschaffen wurden, sind als Progestine bekannt .  

Was ist die Rolle der gestagene?

Progesteron wird von den Eierstöcken produziert, und im Falle der Schwangerschaft von der Plazenta. In geringerem Maße wird Progesteron auch in den Nebennieren und in der Leber produziert. Während des Menstruationszyklus‘ ist ihre wichtigste Aufgabe, das Endometrium rezeptiv für die Schwangerschaft zu machen. Sobald die Implantation erfolgt, erhält das Progesteron die Schwangerschaft, indem es eine myorelaxierende Wirkung auf die Gebärmutter ausübt und deren Gefäßneubildung fördert.  

Während der Stillzeit der Mutter bereitet es die Brustdrüsen auf die Sekretion der Milch vor. 

Wann und wie wird gestagene zugeführt?

Progesteron kann vaginal, subkutan, intramuskulär und oral verabreicht werden. 

  • Vaginal: gewöhnlich in Form von Zäpfchen von 100, 200 und 400mg. Ihre Verabreichung ist einfach, und die häufigste Nebenwirkung ist die vaginale Reizung. Die bekanntesten Handelsnamen sind Progeffik®, Utrogestán® und Cyclogest®.
  • Subkutane Verabreichung: Sie bietet eine gute Bioverfügbarkeit, und die häufigste Nebenwirkung ist eine Reizung an der Injektionsstelle. In Spanien wird das Produkt unter dem Namen Prolutex® vermarktet.
  • Intramuskulär: Damit erzielt man gute Konzentrationen, doch die Verabreichung ist schmerzhaft und erfordert medizinisches Personal, weshalb sie nicht mehr gebräuchlich ist.
  • Orale Verabreichung: Aufgrund der Metabolisierung über die Leber ist die Wirksamkeit geringer, und die Nebenwirkungen (Schläfrigkeit, Schwindelgefühle) sind höher, weshalb dies nicht der empfohlene Weg bei diesen Behandlungen ist.

Was sind die Vor- und Nachteile des Einsatzes von gestagene bei einer Kinderwunschbehandlung?

Niedrige Progesteronspiegel wurden mit Implantationsfehlern, wiederholten Fehlgeburten und Frühgeburten assoziiert. 

Die Kenntnis der Progesteron-Werte und des optimalen Progesteronspiegels ermöglichen uns, den Zyklus zu verschiedenen Zeitpunkten zu bewerten, sowohl bei den Zyklen der In-vitro-Fertilisation als auch bei natürlichen Zyklen.

  1. Zu Beginn des Zyklus können wir die luteale Hemmung des vorangehenden Zyklus‘ bestätigen.
  2. Rund um den Eisprung können wir erfahren, ob das Endometrium rezeptiv sein wird.
  3. In der Lutealphase können wir erfahren, ob eine korrekte natürliche Produktion von Progesteron oder die Absorption des Medikaments erfolgt.

Progestagene haben ebenfalls Nebenwirkungen, von denen die meisten leicht sind. Hierzu gehören Flüssigkeitsretention, Übelkeit, Erbrechen, Spannungsgefühle in der Brust, emotionale Instabilität, Verringerung der Libido und Schläfrigkeit.

Dr. Cristina Gavilán, , Gynäkologin am Instituto Bernabeu

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