Anlässlich des Welt Ernährungstags möchten wir die ernährungsphysiologischen Aspekte bezüglich der Fruchtbarkeit ansprechen.

Beginnen wir so dieses Thema, denn trotz der Fortschritte in der Medizin und Wissenschaft begegnen wir immer wieder neuen gesundheitlichen Problemen, welche durch Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten der heutigen Gesellschaft verursacht werden.

Bezüglich der Fruchtbarkeit ist es nicht anders: Sowohl Frauen als auch Männer, die versuchen ein Kind zu bekommen, sollten ihre Essgewohnheiten überprüfen und gegebenfalls korrigieren, um, wenn es Abweichungen zu den Empfehlungen gibt, ihre Fortpflanzungsfähigkeiten zu verbessern.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass ein Defizit an bestimmten Nährstoffen die Fortpflanzungsfähigkeit beeinflussen kann. Es können ebenso einige Lebensmittel toxische Substanzen enthalten, welche einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben. Viele der Ursachen für die Schwierigkeiten bei der Befruchtung hängen mit der Veränderung der Ernährungsweise zusammen, was bedeutet, dass eine gesunde ausgewogene Ernährung äußerst wichtig ist.

In diesem Text möchten wir über die wichtigsten Punkte der Bedeutung einer richtigen Ernährung sprechen, welche besonders für Frauen und Männer interessant ist, die eine Schwangerschaft planen und diese mit einer erfolgreichen Empfängnis und weiterführenden Schwangerschaft beenden möchten.

Neben den ernährungsphysiologischen Aspekten bei Frauen, richten wir uns in diesem Artikel ebenso an die Einflüsse der Ernährung bei Männern. Diese sind nicht weniger Interessant und können wichtige Erkenntnisse vermitteln. Bei Männern sind bei den meisten Fällen der Unfruchtbarkeit eine geringe Menge der Spermien in der Spermienflüssigkeit (Oligospermie) oder eine geringe Mobilität zu beobachten. In beiden Fällen verringert sich deutlich die Möglichkeit, dass die Spermien eine Eizelle befruchten können. Mehrere Studien weisen auf den Mangel bestimmter Nährstoffe, wie Folsäure, Zink und Antioxidante hin, welche verantwortlich für diese Veränderung sein können.

Gehen wir nun ein paar bestimmte Nährstoffe durch, um danach allgemeine Empfehlungen für eine ausgeogene Ernährung an Sie weiter zu geben.

Wichtige Nährstoffe welche zu berücksichtigen sindErnährungsempfehlungen für die Fruchtbarkeit 1

Die Antioxidantien sind besonders wichtig, da wir verschiedenen Umweltbelastungen (Pestizide, Insektizide, Schwermetalle, usw.) ausgesetzt und Nährstoffe, die reich an tierischen fetten sind, schädlich für das Fortpflanzungssystem sind, da sie oxidative Wirkungen haben (freie Radikale, die Verantwortlich für die Zellalterung sind). Diese negativen Effekte, lassen sich mit einer ausgewogenen Ernährung, reich an Antioxidanten wie Vitamin C (verantwortlich für die Qualität des Spermas, besonders reichhaltig in Zitrusfrüchten, wie auch in Tomaten und Paprika), Vitamin E (dient der Förderung des Eisprungs und der Einnistung in der Gebärmutter, es ist in Weizenkeimöl, Olivenöl und Nüssen enthalten), Vitamin A (enthalten in Milchfetten und Vollmilch), Betacarotin, welches die Vorstufe von Vitamin A ist ( in Karotten, Tomaten, Kürbis, Aprikosen, Gemüse, besonders welches die Farben Rot und Orange enthalten, sowie grünes Gemüse).

Wie wir sehen, sind Obst und Gemüse die Lebensmittel mit der höchsten Konzentration an Antioxidantien, aus diesem Grund sollten mindesten drei Portionen Obst und zwei Portionen Gemüse täglich verzehrt werden um Ihre Gesundheit bezüglich der Fruchtbarkeit zu sichern. Mehrere Studien zeigen, dass Männer, die reichlich Obst und Gemüse zu sich nehmen über eine höhere Anzahl und eine bessere Motilität der Spermien verfügen.

Die essentiellen Fettsäuren (Omega 3), vorzugsweise aus pflanzlichen Quellen und Fisch, scheinen eine Schlüsselposition für den Prozess des Eisprungs sowie für die männliche Fruchtbarkeit zu haben. Sie sind vor allem in fettem Fisch enthalten.

Die Folsäure verdient eine besondere Erwähnung ihrer wichtigen Bedeutung. Sie verfügt über die Eigenschaft, Missbildungen bei dem ungeborenen Kind zu verhindern (ihre positive Wirkung bezieht sich auf Frauen und Männern in gleicher Weise). Sollte ein Mangel an Folsäure vorliegen könnte dieser verantwortlich für die Unfähigkeit der Befruchtung, eine geringe Anzahl und Motilität des Spermas sein. Folsäure kommt in grünem Blattgemüse, Hülsenfrüchten und Vollkornprodukten vor.

Zink ist ebenfalls eine wichtige Komponente für eine ausgewogene Ernährung. Sollte es zum einem Mangel an Zink kommen könnte dieser verantwortlich für eine Störung im weiblichen Menstruationszyklus sein oder bei Männern einen Rückgang der Anzahl, sowie Beweglichkeit der Spermien und für veränderte Werte des männlichen Hormons (Testosteron)sein. Zink ist in magerem Fleisch, Salzwasserfischen, Meeresfrüchten und Eiern enthalten. In geringerem Masse lässt es sich auch in Hülsenfrüchten und Nüssen finden.

Eine besondere Erwähnung verdient auch das Selen. Dieses Spurenelement trägt einen wichtigen Teil zur Fähigkeit der Befruchtung bei. Es verbessert die Qualität des Spermas (Anzahl und Beweglichkeit der Spermien), es verfügt über Antioxidantien und fördert die Ausschüttung von Testosteron. Aus diesem Grund wurden Selenpreparate kommerzialisiert, diese werden pur oder in Verbindung mit Vitamin E angeboten. Übermäßiger Konsum kann kontraproduktiv sein, so dass Ihr Einsatz immer von einem Arzt kontrolliert werden sollte.

Allgemeine Empfehlungen

Ernährungsempfehlungen für die Fruchtbarkeit 2Eine Abwechslungsreiche Ernährung, vor allem basierend auf Obst und Gemüse um die notwendige Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Antioxidantien (Eisen, Zink, Folsäure, Selen, usw.) sicher zu stellen um so eine reproduktive Gesundheit gewährleisten zu können. Eine wichtige Rolle haben die gesunden Fette wie Nüsse und Olivenöl sowie Proteine (aus tierischer Herkunft, vorzugsweise Fisch) und Milchprodukten. Die Vielfalt und die Qualität der Ernährung ist entscheidend und nicht die Menge. Die Ernährungsweise sollte dem Körpergewicht angepasst sein, da Übergewicht und Untergewicht jeweils ernsthaft die Fruchtbarkeit bei Frauen wie bei Männern beeinträchtigen kann.

Natürliche Produkte sollten stets Produkten, die Konservierungstoffe oder andere chemische Stoffe enthalten bevorzugt werden, da diese als „ Hormon Disruptoren“ Störungen im Ovulationszyklus oder in der Samenproduktion verursachen können.

Alkohol, Koffein und Softgetränke sollten vermieden werden, da sie eine schädliche Wirkung bei der Bildung von Spermien und bei der Eizellreifung und Ihre Fähigkeit befruchtet zu werden haben.

Für die Kinderwunschplanung ist es wichtig Ihre Ernährungsgewohnheiten genaustens zu betrachten und gegebenenfalls zu korrigieren. Wenn es nötig sein sollte, können Sie einen Ernährungsberater aufsuchen, der Ihre Ernährungweise prüfen kann um eine richtige Ernährung für den Kinderwunsch zu gewährleisten.

Dra. Pino Navarro, Leiterin für Endlokrinologie und Nutrition des Instituto Bernabeu.

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