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„Wir bieten italienischen Patientinnen nicht nur eine individuelle Behandlung, sondern auch einen professionellen Ansatz, der sich aus der exzellenten wissenschaftlichen Ausbildung ableitet“

„Wir bieten italienischen Patientinnen nicht nur eine individuelle Behandlung, sondern auch einen professionellen Ansatz, der sich aus der exzellenten wissenschaftlichen Ausbildung ableitet“

Sara Dalla Costa, die Koordinatorin des Instituto Bernabeu in Venedig, ist eine auf Biorecht spezialisierte Anwältin. Von Beginn an hat sie sich mit komplexen Fällen und juristischen Fragen auseinandergesetzt, was ihr eine ganz besondere Sichtweise auf ihren Beruf verschafft hat. Sie hat ihre Ausbildung sowohl in Italien, ihrem Herkunftsland, als auch in Spanien absolviert. 2022 hat sie das erste Jahr ihres Promotionsstudiums an der Universidad de Deusto (Bilbao) erfolgreich abgeschlossen. Bereits während dieses Studienjahres hat sie an mehreren wissenschaftlichen Artikeln gearbeitet, die sich auf Bioethik und Biorecht fokussieren.

Ihr umfangreiches Wissen der spanischen und italienischen Gesetzgebung auf dem Gebiet der künstlichen Befruchtung stellt einen wesentlichen Mehrwert für das Instituto Bernabeu und dessen Patienten dar. Mit ihrer Doktorarbeit möchte sie die rechtlichen Folgen der Reproduktionsmedizin entsprechend der aktuellen Gesetzgebung eingehend analysieren.

Sie sind eine auf Biorecht spezialisierte Anwältin. Was hat Sie dazu bewogen, sich auf Reproduktionsmedizin zu spezialisieren?

Ich habe als Studentin in der Universität einen Kurs für Biorecht besucht. Da entdeckte ich meine Leidenschaft für das Rechtsgebiet, das sich mit dem menschlichen Leben und den rechtlichen Auswirkungen befasst, die aus den medizinischen Wissenschaften und der technologischen Entwicklung ergeben, die sie kennzeichnen. Diese Probleme gab es vor Jahren noch nicht, da die Natur über den Beginn und das Ende des Lebens entschied. Technologie und Wissenschaft können heute Dilemmata aufwerfen, Fragen zur Ethik, zu den tiefen Überzeugungen eines jeden von uns. Biorecht ist meine Leidenschaft, da es eine Materie darstellt, die sich beständig in Entwicklung befindet. Einerseits wird es durch die wissenschaftlichen und technologischen Fortschritte angetrieben, auf der anderen Seite aber von der kollektiven Sensibilität inspiriert.

Derzeit sind Sie die Koordinatorin des Instituto Bernabeu in Venedig. Welche Aufgaben haben Sie? Gibt es einen Aspekt Ihrer Arbeit, der Sie besonders motiviert?

Meine Arbeit besteht einerseits darin, sicherzustellen, dass alle Abteilungen der Klinik optimal funktionieren und andererseits bin ich das Hauptbindeglied zwischen dem Hauptsitz des Instituto Bernabeu und der italienischen Niederlassung. Ich arbeite gern im Team und gebe die Philosophie des Instituto Bernabeu weiter, dessen Suche nach Exzellenz in der Arbeit, die Ehrlichkeit gegenüber den Patienten und den Kolleginnen und Kollegen. Ich bemühe mich jeden Tag darum, dass im Instituto Bernabeu in Venedig ein gutes Arbeitsklima herrscht und es ein Ort ist, an den Mitarbeiter und Patienten gerne kommen.

Können Sie uns durch ihren Kontakt mit den Patienten beschreiben, wie eine italienische Patientin aussieht, die die Reproduktionsmedizin in Anspruch nimmt und was das Instituto Bernabeu in Venedig ihr bietet?

Italienische Patientinnen haben sehr viele Zweifel, wenn sie die Reproduktionsmedizin in Anspruch nehmen. Zweifel, die sich in Form von Ängsten und Beunruhigung zeigen. Dies ist eine unmittelbare Folge der Tatsache, dass die meisten Behandlungen, wie z. B. die Gametenspende oder die Präimplantationsdiagnostik in Italien bis vor einigen Jahren verboten waren. Das Team des Instituto Bernabeu in Venedig bietet italienischen Patientinnen nicht nur eine individuelle Behandlung, sondern von Beginn an auch höchste medizinische und pflegerische Professionalität. Unsere Aufgabe besteht hauptsächlich darin, jeden Fall als einzigartig zu betrachten. Die von uns praktizierte Exzellenz in Wissenschaft und Forschung gibt den Patientinnen, die sich für uns entscheiden, ein hohes Maß an Sicherheit.

Welche Möglichkeiten haben die Patientinnen, wenn die erforderliche Behandlung in Italien nicht möglich ist?

In Italien sind beispielsweise Behandlungen von alleinstehenden Frauen oder homosexuellen Paaren verboten. Wenn sich diese Patienten, entweder allein oder mit ihren Partnern, an uns wenden, weil sie eine Familie gründen möchten, beraten wir sie über die Behandlungsmöglichkeiten außerhalb von Italien und die Optionen, in unseren Kliniken in Spanien behandelt zu werden. Wir alle hoffen jedoch, dass sobald wie möglich eine Gesetzesreform erfolgt, da es offensichtlich ist, dass auf diesem Gebiet nur langsam Fortschritte erzielt werden. Vor Italien liegt noch ein langer, aber notwendiger Weg.

Spanien ist bei der Gesetzgebung im Bereich der künstlichen Befruchtung sehr fortschrittlich – wo befindet sich Italien derzeit?

Wie ich bereits erwähnt habe, ist die Situation in Italien recht komplex. Wir haben es mit einem Gesetz zu tun, auf das durch Urteile von verschiedenen Gerichten regelrecht eingeschlagen wurde. Die Reform des Gesetzes zur künstlichen Befruchtung gehört derzeit nicht zu den Prioritäten des italienischen Gesetzgebers, sodass die Fachleute des Sektors in einem Zustand der Unsicherheit leben. Spanien, ein Vorreiter in Sachen Fruchtbarkeit, ist ein Beispiel, ein Erfolgsmodell, auf das wir bei Konflikten oder komplexen Fällen zurückgreifen müssen.

Welche Vision bringt Dr. Rafael Bernabeu als Vorreiter der Reproduktionsmedizin in Spanien in Ihre Forschung ein und was bedeutet sein Beitrag?

Es ist ein grundlegender Beitrag. Er ist ein Experte mit mehr als 40 Jahren Erfahrung bei der Suche nach konkreten Lösungen. Spanien ist fortschrittlicher als Italien und er hat bereits Lösungen für Fälle gefunden, die wir jetzt in Italien vorliegen haben. Er hat sehr viel praktische Erfahrung und vermittelt uns sehr wertvolle Visionen. Dr. Bernabeu hat zum Fortschritt und zur Entwicklung der spanischen Gesellschaft auf dem Gebiet der Fruchtbarkeit beigetragen und seine Mitarbeit und seine Unterstützung sind für meine Arbeit ein sehr großer Mehrwert.

Derzeit arbeiten Sie an Ihrer Doktorarbeit, in der Sie beide Gesetzgebungen vergleichen. Worin besteht diese Studie, und glauben Sie, dass diese Arbeit den Patientinnen helfen kann?

Ich konzentriere mich in meiner Arbeit auf sehr spezielle Aspekte der italienischen Regulierungslandschaft. Dabei ist zu beachten, dass immer mehr Paare eine Behandlung – ob in Italien oder im Ausland – in Anspruch nehmen wollen. Ich werde zunächst den Rechtsstatus des Embryos in Italien untersuchen, der in bestimmten Punkten des Gesetzes mit dem einer Person verglichen wird. Anschließend werde ich mich auf den für alleinstehende Frauen und homosexuelle Paare schwierigen und in den meisten Fällen unmöglichen Zugang zu Techniken zur künstlichen Befruchtung konzentrieren. Ich werde eine Analyse des aufgrund der Leihmutterschaft fälschlicherweise als „Reproduktionstourismus“ bezeichneten Phänomens vornehmen und überdies Fragen bezüglich der Gametenspende erörtern, da die italienischen Einrichtungen in diesem sozialen und rechtlichen Rahmen stets verpflichtet sind, sich von ausländischen Zentren unterstützen zu lassen. Hoffentlich trägt meine Untersuchung zur Sensibilisierung dieser Themen und zur wissenschaftlichen Verbreitung bei. Und natürlich sollen auch Zweifel bei den Fachkräften in diesem Bereich geklärt werden. 

Zum Glück hat Dr. Rafael Bernabeu mein gesamtes Projekt für die Doktorarbeit durchgesehen und mir aufgrund seiner Erfahrung einige sehr wertvolle Ratschläge geben können. Ich bin davon überzeugt, dass die gezogenen Schlussfolgerungen sehr nützlich sein werden für Fachkräfte, die an diesem Untersuchungsbereich interessiert sind, und natürlich auch für die Patienten.

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