IVF oder ICSI Instituto Bernabeu

Die geringe Reaktion der Ovarien ist eine zunehmend verbreitet klinische Situation, vor allem durch die verzögerte Mutterschaft mit steigenden Alter, die eine geringere Eierstockreserve zur Folge hat. Bei diesen Patienten ist die Anzahl der gewonnenen Eizellen nach der Punktion meist geringer und somit steht die Wahl der Befruchtungstechnik. Es wird zwischen dem konventionellen IVF oder der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) gewählt (abhängig von der Samenqualität und der Anamnese).

Man könnte annehmen, dass die Ergebnisse bei dieser Patientengruppe mit der ICSI Methode verbessert werden, da die Wahrscheinlichkeit einer niedrigen Befruchtungsrate im Vergleich zur herkömmlichen IVF Methode geringer ist.

Doch, nach Auswertung unserer Daten, zeigt sich, dass diese Spekulation nicht die Realität ist und das es keinen sichtlichen Unterschied zwischen den beiden Techniken in Bezug auf die Wahrscheinlichkeit eines kompletten Befruchtungsausfall bei diesen Patienten gibt. Darüber hinaus ist die Befruchtungsrate bei ähnlicher Anzahl von Embryonen nahezu gleich, unabhängig von der Technik.

Es können letztlich keine Unterschiede bei den wichtigsten klinischen Parametern, wie positiven ß-HCG Werten, Schwangerschaftsrate und Implantationsrate festgestellt werden.

Daher hat die Durchführung der ICSI-Methode keinen positiven Effekt auf die Erfolgsraten im Vergleich zur herkömmlichen IVF bei Patienten mit einer niedrigen Anzahl von Eizellen. Nach unserer Meinung sollte diese Methode nicht wahllos eingesetzt werden um unnötige Manipulation an den Gameten zu vermeiden.

Warum ändern wir praktischen Ärzte und Embryologen manchmal am Tag der ovariellen Punktion und Befruchtung der Eizellen die Indikation der künstlichen Befruchtung von IVF zu ICSI?

Häufig kommen wir Embryologen in die Situation, dass die Samenprobe am Tag der Befruchtung Veränderungen bei den Werten und/oder der Motilität aufweist. Dies bringt uns dazu, die Indikation von IVF auf ICSI zu ändern. Es ist wichtig, daran zu denken, dass die Samenprobe für eine konventionelle IVF die passenden Parameter bei Werten und Motilität aufweist. Ist dies nicht so, kann dies am nächsten Tag zu einem Fehlschlag bei der Befruchtung oder einer geringeren Befruchtungsrate als erhofft und gewünscht führen.

Es kann auch vorkommen, dass wir bei der Wiedergewinnung der Eizellen beobachten, dass diese von schlechter Qualität sind. Deshalb ist es in diesen Fällen ratsam, eine ICSI durchzuführen und so die Befruchtungsrate, in dem Maße, in dem dies möglich ist, hoch zu halten.

Doch unabhängig von der jeweiligen Situation arbeiten und entscheiden unser medizinisches Team und unser Team von Embryologen immer mit dem Ziel, die besten Ergebnisse für das Paar zu erzielen, damit die Behandlung erfolgreich zu Ende gebracht wird.

Jaime Guerrero, Biologe im Instituto Bernabeu.

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Welche Fertilisationstechnik wenn die Anzahl der Eizellen reduziert ist? IVF oder ICSI?
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