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Das Follikelstimulierende Hormon (FSH) wird von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) produziert, die anatomisch unterhalb des Gehirns liegt. Von dieser Drüse aus wird es in den Blutkreislauf freigesetzt und spielt eine wesentliche Rolle auf ovarieller Ebene. Ihre Funktion ist die Stimulierung des Wachstums und die Auswahl des Follikels, wobei sie auch an dem Prozess der Reifung der Eizelle beteiligt ist, die später während des Eisprungs freigesetzt wird.

Bei einer unzureichenden ovariellen Funktion versucht die Hypophyse, dies auszugleichen, indem sie die Ausscheidung an FSH erhöht. Dies geschieht physiologisch während der Menopause, so dass diese Frauen einen viel höheren FSH-Spiegel  aufweisen als Frauen im fruchtbaren Alter.

Wenn ein anormal hoher FSH-Spiegel (>10 IE/l) in jungem Alter entdeckt wird, kann dies ein Hinweis auf eine niedrige ovarielle Reserve sein, die die Wahrscheinlichkeit, eine spontane Schwangerschaft zu erzielen, senkt.

Doch die Feststellung des FSH-Spiegels für die Bewertung der ovariellen Reserve hat mehrere Einschränkungen:

  • Der FSH-Spiegel schwankt im Laufe des Menstruationszyklus‘ der Frau und kann auch von einem Labor zum anderen schwanken, je nach der Technik die für die Feststellung angewandt wird. Für unser Labor werden die Referenzwerte in der folgenden Tabelle angezeigt:
Follikelphase (vor dem Eisprung) 3,03-8,08   UI/l
Eisprungphase 2,55-16,69 UI/l
Lutealphase (nach dem Eisprung) 1,38-5,47   UI/l
Menopause >26,72       UI/l
  • Auf Grund dieser Schwankungen muss die Analyse zur Bewertung der ovariellen Reserve zwischen dem zweiten und vierten Tag des Menstruationszyklus‘ erfolgen.
  • Der FSH-Wert, der in unterschiedlichen Zyklen erzielt wurde, kann schwanken, weshalb ein isolierter Wert in einem bestimmten Zyklus uns zu einer falschen Diagnose der  niedrigen Reserve führen kann.

Als Folge der Einschränkungen bei der Bestimmung des FSH für die Bewertung der ovariellen Reserve verwenden derzeit die meisten auf Reproduktion spezialisierten Zentren den  Anti-Müller-Hormon-Spiegel zusammen mit der Zählung der Antralfollikel (Ultraschallbild, das unter Basisbedingungen erfolgen muss, d.h. zwischen dem zweiten und vierten Tag des Menstruationszyklus‘), um Ärzte und Fachkräfte über die ovarielle Reserve der Frau zu orientieren, so dass sie ihre klinischen Entscheidungen auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse treffen können.

Dr. Ana Fabregat, Pharmazeutin am Instituto Bernabeu.

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FSH-Hormonspiegel
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