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Was ist FSH und was ist seine Funktion?

Was ist FSH und was ist seine Funktion?

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) ist wesentlich für den Reproduktionsprozess. Es wird von einer Drüse namens Hypophyse produziert, die direkt unter dem Gehirn (hinter dem Gaumen) sitzt. Dieses Hormon wird in den Blutkreislauf abgegeben und wirkt auf der Ebene des Eierstocks, wobei es an den Prozessen des Wachstums und der Auswahl des Follikels beteiligt ist, das später, beim Eisprung, die Eizelle freisetzt.

Die Schwankungen beim FSH-Spiegel sind verantwortlich für die Menstruationszyklen und auch dafür, dass nur ein Eizelle pro Zyklus produziert wird. Hierfür muss es einen ständigen Dialog zwischen dem Eierstock und der Hypophyse geben, so dass diese jederzeit die passende Menge an FSH produziert, damit der Zyklus sich normal entwickelt.

Dieser ständige Dialog bewirkt, dass die Hypophyse bei einer mangelhaften ovariellen Funktion versucht, diese Situation durch eine erhöhte Ausschüttung von FSH auszugleichen, so dass bei Frauen in der Menopause der FSH-Spiegel 20mal höher ist als bei einer Frau mit normaler ovarieller Funktion. Deshalb gilt: wenn der Eierstock versagt, erhöht sich das FSH systematisch und sichtlich.

Diese Wechselbeziehung zwischen dem FSH-Spiegel und der Ovarialinsuffizienz wurde für die Bewertung der “ovariellen Reserve” genutzt, wobei diese als die Menge an Eizellen verstanden wird, die im Eierstock verbleiben, bevor sie erschöpft sind, und auch die Menge an Eizellen, die wir in der Lage sind zu erhalten, wenn wir eine ovarielle Stimulation für die In-vitro-Fertilisierung (IVF) durchführen.

Je höher wir daher die FSH-Spiegel vorfinden, um so schlechter ist die ovarielle Reserve, und eine um so geringere Zahl an Eizellen sind wir in der Lage bei der IVF zu erhalten, so dass ein höheres Risiko einer “niedrige Reaktion” besteht.

FSH-Hormonspiegel

Der FSH-Spiegel schwankt im Laufe des Menstruationszyklus‘ der Frau und kann auch von einem Labor zum anderen schwanken, je nach der Technik die für die Feststellung angewandt wird. Für unser Labor werden die Referenzwerte in der folgenden Tabelle angezeigt:

Serumspiegel des follikelstimulierenden Hormons (FSH)

Follikelphase (vor dem Eisprung)3,03-8,08   UI/l
Eisprungphase2,55-16,69 UI/l
Lutealphase (nach dem Eisprung)1,38-5,47   UI/l
Menopause>26,72       UI/l

Beschränkungen der FSH-Analyse

Viele Jahre lang stellte die Bestimmung des FSH den zuverlässigsten Marker für die Bewertung der ovariellen Reserve, für die Vorhersage der ovariellen Reaktion auf die Stimulation und für die Entscheidung dar, welches das beste Protokoll der Stimulation bei Patientinnen ist, die sich IVF-Behandlungen unterziehen. Allerdings hat die Bestimmung des FSH zur Vorhersage der ovariellen Reaktion wichtige Einschränkungen:

  1. Sie muss zu einem bestimmten Zeitpunkt des Menstruationszyklus (zwischen dem zweiten und vierten Tag) durchgeführt werden, da die Werte während des Zyklus‘ erheblich schwanken. Man muss vorsichtig sein, denn eine Bestimmung, die zur Hälfte des Zyklus vorgenommen wird, kann uns jemanden fälschlicherweise als Patientin mit niedriger Reaktion einstufen lassen.
  2. Es gibt hohe Schwankungen zwischen den einzelnen Zyklen, weshalb ein isolierter Wert uns zu einer falschen Diagnose der niedrigen Reaktion führen kann.
  3. Schließlich ist sogar mit konstanten Werten, die zum passenden Zeitpunkt des Zyklus gemessen werden, die Fähigkeit zur Vorhersage der ovariellen Reaktion sehr begrenzt, und daher ist deren diagnostische Zuverlässigkeit gering.

Als Folge der Einschränkungen bei der Bestimmung des FSH für die Bewertung der ovariellen Reserve verwenden derzeit die meisten auf Reproduktion spezialisierten Zentren den  Anti-Müller-Hormon-Spiegel zusammen mit der Zählung der Antralfollikel (Ultraschallbild, das unter Basisbedingungen erfolgen muss, d.h. zwischen dem zweiten und vierten Tag des Menstruationszyklus‘), um Ärzte und Fachkräfte über die ovarielle Reserve der Frau zu orientieren, so dass sie ihre klinischen Entscheidungen auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse treffen können.

Dr. Ana FabregatPharmazeutin am Instituto Bernabeu

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