01Das Spermiogramm ist  ein Grundwerkzeug, dass  die beste Information zur männlichen Fruchtbarkeit gibt, um dann eine individuelle Behandlung  mit der Partnerin zu planen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Angaben im “Laborhandbuch für die Prüfung des menschlichen Samens in Wechselwirkung Sperma-Schleim“ im Jahr 2010 veröffentlicht. Diese Handbücher helfen den Andologie Laboren bei der Auswertung der Qualität des Spermas. Darüber hinaus hat die European Society of Human Reproduction and Embryology (ESHRE) in Zusammenarbeit mit der WHO ein Programm entwickelt um die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Laboren in der Diagnose und Beurteilung der Samenproben festzustellen und die Kriterien zu vereinheitlichen.

Es gibt viele Parameter die bei einem Spermiogramm bewertet werden müssen, nachstehend finden Sie die am häufiger getestet werden:

  • Verflüssigung: Nach der Eyakulation befindet sich das Sperma im koagulierten Zustand und muss verflüssigt werden um mit der Untersuchung fortzufahren. Normalerweise wird der Samen vollständig nach 60Minuten nach der Ejakulation verflüssigt.
  • Viskosität: Sollte die Probe sehr zähflüssig sein, deutet dies auf eine eventuelle Störung der Prostata hin.
  • Volumen: Das Normalvolumen des Ejakulats nach 3-5 Tagen der Abstinenz ist ca. 1.5ml. Bei einem gerineren Volumen spricht man von Hypospermie.02
  • Farbe: die übliche Farbe des Samens ist weiss schillernd, leicht gelblich. In Fällen wo die Farbe auffallend verändert ist, sollten die möglichen Ursachen Untersucht werden.
  • pH-Wert: Der Wert sollte über 7,1 liegen. Niedrigere Werte können auf eine Azoospermie (Fehlen von Samenzellen) oder chronische Entzündungsherde hinweisen.
  • Konzentration des Spermas: Der Normalwert liegt bei 15 Millionen pro ml oder 39 Millionen in der gesamten Probe. Wenn diese Werte nicht erreicht werden, wird von Oligozoospermie gesprochen.
  • Beweglichkeit: Es wird der Prozentsatz der beweglichen und der progessiven Spermien  gemessen. Die Progressivität sollte nicht über 32% liegen, sonst wird von Astenozoospermie gesprochen.
  • Vitalität: Der Anteil der lebenden Spermien sollte 58% überschreiten. Liegt dieser Wert darunter wird von Nekrospermie gesprochen.
  • Morphologie: In einem normalen Spermiogramm sollten 4% normale Spermien oder mehr vorkommen. Wenn der Wert darunter liegt, ist von Teratozoospermie die Rede.
  • Leukozyten: Sollte die Konzentration der Leukozyten bei 1 Million pro ml der Probe liegen könnte es auf eine Infektion (Leukozitose) hindeuten.
  • Spermien-Antikörpertest oder Mar-Test: Gibt die Anzahl der Samenzellen die mit  anderen Zellen oder Partikel gebundenen sind an. Wenn mehr als 50% der Spermien gebunden sind, kann die eine Immunstörung aufzeigen.

Im zuletzt veröffentlichen Laborhandbuch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde zudem das neue Konzept „untere Referenzgrenze“ festgelegt. Die Werte welche sich über dem Limit befinden garantieren keine erfolgreiche Befruchtung und eine nachfolgende Schwangerschaft aber sie erweitern die Möglichkeiten. Das untere Referenzlimit hat sich in den letzten Jahren rückläufig auf Grund neuer Lebensgewohnheiten entwickelt, wie Ernährung, Tabak, Umweltgifte etc.

Anbei die Tabelle die in der 4. Auflage des WHO-Handbuchs im Vergleich mit denen der 5. und letzten Ausgabe festgelegten Referenzwerten.

  4. Auflage (1999) 5. Auflage (2010)
Verflüssigung Während 60min Während 60min
Volumen 2ml 1.5ml
Farbe Weiss schimmernd Weiss schimmernd
pH 7.2-7.8 >7.1
Konzentration (ml) 20 Millionen 15 Millionen
Beweglich Progresiv 50% 32%
Vitalität 75% 58%
Morphologie 15% 4%
Leukozyten (ml) < 1 Million < 1 Million
Mar test <50% Spermien mit anderen Partikeln verbunden <50% Spermien mit anderen Partikeln verbunden

* Werte der unteren Referenzgrenze aktuell angewandt in Fertilitätskliniken.

Ivan Ochando, Biologe im Instituto Bernabeu.

Für weitere Informationen besuchen Sie uns im Internet: www.institutobernabeu.com oder www.ibbiotech.com

 

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