Ein Verhütungsmittel ist jedes Mittel, das die Vereinigung zwischen Eizelle und Spermium und somit die Schwangerschaft verhindert.

Es gibt verschiedene Verhütungsmittel, für die Frau und für den Mann, und deren Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit schwanken:

  • “Natürlich” genannte Verhütungsmittel (Knauss-Ogino-Methode, Basaltemperatur oder Coitus interruptus) haben keinerlei Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit.
  • Präservative (mechanische Methode, ohne jede Auswirkung auf die Fruchtbarkeit).
  • Vasektomie oder Tubensterilisation gelten als “endgültige” oder sterilisierende Methoden, welche die Reproduktion verhindern, außer im Falle einer Behandlung der künstlichen Befruchtung.
  • Zweifellos die häufigste Verhütungsmethode ist “die Pille”. Vor fast 70 Jahren entwickelt, war sie wahrscheinlich das erste “wirksame Medikament”, das zur Unterdrückung einer normalen körperlichen Funktion verwendet wurde, nämlich der Fruchtbarkeit – anstatt eine Erkrankung zu heilen.
  • Man schätzt zudem, dass gegenwärtig etwa 80 Millionen Frauen eine Variante dieser hormonellen Verhütungsmethode anwenden (Hormonpflaster, Vaginalringe, Hormonspiralen).

Bezüglich der Verwendung von hormonellen Verhütungsmitteln gab es schon immer bestimmte “Mythen” oder falsche Vorstellungen, die zu besorgten Fragen führen, wie „Wenn man die Antibabypille über längere Zeit nimmt, beeinträchtigt sie dann die Fruchtbarkeit?“ oder „Können hormonelle Verhütungsmittel Sterilität verursachen?“. Der Ursprung dieser Sorgen scheint bei der sogenannten “fehlenden Periode nach Absetzen der Pille” oder Post-Pill-Amenorrhoe zu liegen. Bei ungefähr 1% der Frauen bleibt die Regel nach Absetzen des hormonellen Verhütungsmittels aus; anfänglich wurde dies direkt dem Verhütungsmittel zugeschrieben und ließ die Sorge über eine mögliche negative Auswirkung auf die Fruchtbarkeit erneut aufkommen. Spätere Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass diese Störungen hauptsächlich auf andere Störungen bei der Frau zurückzuführen waren (vorzeitige Menopause, polyzystisches Ovarialsyndrom, Gewichtsschwankungen usw.).

Zusätzlich wurde bewiesen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft im Jahr des Absetzens des Verhütungsmittels ähnlich hoch liegt wie ohne die Methode, und dass deren Anwendung sogar nützlich sein könnte, falls die Frau an Erkrankungen wie der Endometriose leidet.

Zusammengefasst könnten wir auf die Frage, welche Konsequenzen die vorangehende hormonelle Verhütung auf die weibliche Fruchtbarkeit hat, mit „keine“ antworten.

Dr. Juan Carlos Castillo, Gynäkologe am Instituto Bernabeu.

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