shutterstock_174198530-low-1024x683Wenn ein Paar Schwierigkeiten hat, eine Schwangerschaft zu erzielen, besteht eine Wahrscheinlichkeit von ungefähr 50%, dass der Ursprung für diese Verzögerung der Schwangerschaft beim Mann zu suchen ist.

Der Hauptgrund der Fruchtbarkeitsprobleme beim Mann ist die niedrige Samenqualität, und daher müssen verschiedene Parameter des Spermas untersucht werden, um diese Samenqualität festzustellen. Besonders wichtig sind zwei Parameter: die Konzentration oder Menge der Spermien im Samen und die deren Motilität, die ausreichend sein muss, um die Eizelle befruchten zu können.

Es gibt verschiedene Schnelltests auf dem Markt, ähnlich wie die Ovulationstests bei der Frau, mit denen die Samenqualität sehr genau bewertet und festgestellt werden kann, ob der Mann fruchtbar ist oder nicht, doch sind diese Tests wirklich nützlich für die Feststellung der Samenqualität?

Eindeutig NEIN, denn sie bestimmen nur die Konzentration der Spermien, sagen jedoch nichts bezüglich ihrer Motilität und anderer Aspekte aus, die ebenso wichtig für die Befruchtung sind. Deshalb ist es möglich, dass der Test eine als normal betrachtete Konzentration feststellt (über 15 Millionen pro Milliliter Samen), dabei jedoch die Motilität so gering ist, dass die Befruchtung der Eizelle, und somit eine Schwangerschaft, nicht gelingt.

Wie kann man die Samenqualität am besten feststellen?

Mit Hilfe eines Seminogramms, auch Spermiogramm genannt, d.h. der grundlegenden Untersuchung einer Samenprobe in den spezialisierten Zentren für künstliche Befruchtung und anderen Labors, mit dem Zweck, besagte Samenqualität über verschiedene Parameter bewerten zu können.

Die Weltgesundheitsorganisation ist die verantwortliche Institution für die Festsetzung der Referenzwerte zur Einschätzung einer Samenprobe als normal. Die neuen Werte wurden im Jahr 2010 veröffentlicht und lauten folgendermaßen:

  • Volumen: muss mindestens 1,5 Milliliter betragen.
  • Konzentration: muss mindestens 15 Millionen Spermien pro Milliliter Samen betragen.
  • Motilität: muss mindestens bei 32 % liegen.
  • Lebensfähigkeit: muss mindestens bei 58 % liegen.
  • Morphologie: muss mindestens bei 4 % liegen.

Wenn bei einer Samenprobe alle Werte im normalen Bereich liegen, lautet die Diagnose Normozoospermie.

Ebenfalls erwähnt werden sollte, dass die Samenqualität im Laufe des Jahres schwanken oder sich aus verschiedenen Ursachen ändern kann: Infektionen, Tabak usw. Daher ist es empfehlenswert, wenigstens zwei Seminogramme für eine zuverlässige Diagnose vorzunehmen, vor allem wenn einer der Parameter des Spermas Veränderungen aufweist.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Seminogramm der erste Schritt ist, doch dass bei bestimmten Veränderungen im Samen ein Fachmann für künstliche Befruchtung eine ganze Reihe von weiteren Tests vornehmen kann, wie etwa eine Hormonuntersuchung beim Mann, die Bewertung durch einen Urologen, die Durchführung eines DNA-Fragmentierungstests an Spermien usw., um nicht nur festzustellen, dass eine niedrige Samenqualität vorliegt, sondern auch zu versuchen, den Ursprung besagter Veränderungen zu ermitteln.

Es hat sich gezeigt, dass unfruchtbare Männer einen höheren Anteil an Spermien mit Brüchen in der DNA haben, und dass dies negative Auswirkungen auf die Ergebnisse der Techniken der künstlichen Befruchtung haben kann, da die Übertragung des integren DNA-Moleküls von den Spermium zur Eizelle wesentlich für die Erzielung und Entwicklung der Schwangerschaft ist. Eine Erhöhung der Spermienpopulation mit DNA-Brüchen kann für ein embryonale Blockade, Implantationsfehler und Fehlgeburten verantwortlich sein. Die Technik, die wir zur Festlegung der DNA-Fragmentierung der Spermien angewandt wird, ist der TUNEL-Test, der in der Messung der in der DNA-Kette vorhandenen Brüche besteht, unter Einbindung von fluoreszierend markierten Molekülen.

Eine weitere sehr nützliche Diagnosetechnik bei der Samenanalyse ist die hibridación in situ fluorescente (FISH), die es uns ermöglicht, einen Teil der Chromosomenausstattung der Spermien zu analysieren, konkret gesagt, die Chromosomen 13, 18, 21, X e E, die hauptsächlich bei Fehlgeburten und fetalen Missbildungen beteiligt sind. Ein Samen mit einem erhöhten Anteil an chromosomisch anormalen Spermien kann zu Implantationsfehlern, Fehlgeburten oder sogar zu Chromosomenveränderungen bei der Nachkommenschaft führen.

Dra. Ana Fabregat, Pharmazeutin am Instituto Bernabeu

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