Ovarielle Stimulation in der Lutealphase 0In den letzten Jahren haben die Fortschritte im Einfrieren sowohl von Embryonen als auch von Eizellen dazu geführt, dass der Embryonentransfer auf wirksame Weise in einem unterschiedlichen Zyklus als bei der ovarielle Stimulation durchgeführt werden kann.

Dies hat das Aufkommen von neuen Formen der ovariellen Stimulation zur Folge, die sich ausschließlich auf die Erzielung einer angemessenen Anzahl von Eizellen konzentrieren, wodurch die Wirksamkeit und die Sicherheit bei den Behandlungen der In-vitro-Fertilisation erhöht werden.

Eine der neuen Formen der Gewinnung von Eizellen ist die “Ovarielle Stimulation in der Lutealphase”. Das Konzept ist einfach, da in diesem Falle die Medikation für die Erzielung der Eizellen nicht nach der Menstruation (Follikelphase) begonnen wird, sondern nach erfolgtem Eisprung (Lutealphase).

Diese neue Form der Stimulation hat einige Vorteile, die sie interessant für einige Patientinnen machen. Einerseits wird das Risiko eines spontanen Eisprungs vermieden, weshalb die Verabreichung von zusätzlichen Medikamenten nicht notwendig ist, was den Komfort erhöht und die Kosten senkt.

Andererseits ermöglicht die Tastache, dass die ovarielle Stimulation nach dem Eisprung begonnen werden kann, die Durchführung von zwei Stimulationen im gleichen Zyklus oder sogar mehreren Stimulationen hintereinander, wobei die erhaltenen Eizellen gesammelt werden, um sie später zu verwenden. Diese Strategie macht die Behandlungen vom finanziellen Standpunkt her zugänglicher, und durch die Erzielung einer höheren Anzahl von Eizellen in einem geringeren Zeitraum wirksamer.

Neben diesen ganzen Vorzügen denken wir in der Abteilung für niedrige Reaktion am Instituto Bernabeu, dass die “Stimulation in der Lutealphase” zusätzliche Vorteile für Patientinnen mit niedriger ovarieller Reaktion haben kann. Mit dieser Vorstellung wurde ein klinischer Versuch in Gang gesetzt, dessen Ergebnisse hoffentlich in den nächsten Monaten veröffentlicht werden können.

Viele der Paradigmen der ovariellen Stimulation verändern sich gerade, und die neuen Möglichkeiten müssen genutzt werden, um die Sicherheit zu haben, dass wir das Beste für die Patientinnen geben, die sich Behandlungen der In-vitro-Fertilisation unterziehen, insbesondere für jene mit niedriger Reaktion.

Dr. Joaquín Llácer, Medizinischer Kodirektor für Reproduktionsmedizin am Instituto Bernabeu.

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