Kann der Patient den Transport von Embryonen und Gameten selbst durchführen?

Auch wenn dies nicht zur täglichen Routine eines Zentrums für Reproduktionsmedizin gehört, gibt es derzeit immer mehr Bedarf für den Transport von biologischen Proben (Eizellen, Samen oder Embryonen) von einem Zentrum zum anderen und sogar von einem Land zum anderen.

Die Gründe können vielfältig sein:

– Wunsch der Patienten nach Fortführung der Behandlung in einer anderen Klinik als die, in der die Behandlung begann. Zum Beispiel bei einem Wohnortwechsel der Patienten, wenn sie aus praktischen Gründen wünschen, dass die Embryonen, die sie in einer Bank aufbewahrt haben, in eine andere Bank einer Klinik, die näher an ihrem neuem Wohnort liegt, zur Aufbewahrung überführt werden sollen.

– Bedarf an gespendeten Gameten, wenn die Klinik, die die Behandlung durchführt, nicht über eine Bank für Gameten und Präembryonen verfügt. Zum Beispiel die Nutzung von Samen von einer Samenbank für alleinerziehende Mütter.

Ist es legal, Embryonen und Gameten zu transportieren?

Das Gesetz 14/2006 über Techniken der künstlichen Befruchtung legt fest, dass eingefrorene Embryonen sowohl in eine andere spanische Klinik als auch eine Klinik außerhalb Spaniens überführt werden können, wobei dies immer nur von einer Klinik zur anderen und mit Hilfe einer zugelassenen und zertifizierten Transportfirma erfolgen muss.

Außerdem darf den Patienten die Überführung durch die Ursprungsklinik nicht verweigert werden.

 Wer kann einen Transport von Embryonen und Gameten vornehmen?

Unter keinen Umständen darf die Überführung durch die Patienten selbst erfolgen. Sie muss immer nach Protokollen durchgeführt werden, die die Sicherheit und Nachverfolgbarkeit des Verfahrens gewährleisten. Normalerweise wird die Überführung von Transportunternehmen mit hierfür qualifiziertem Personal durchgeführt, oder in besonderen Fällen durch das Personal selbst der Kliniken, die an dem Verfahren beteiligt sind.

Wie wird die Überführung durchgeführt?

Auch wenn es keine Standards hierfür gibt, sind dies die üblichen Schritte, die zu befolgenden sind:

  • Einreichung des Antrags auf Überführung der Proben zum Zentrum, in dem sie aufbewahrt werden.
  • Mitteilung an die Zielklinik über den Wunsch nach Überführung der Proben in ihre Bank.
  • Unterzeichnung der Genehmigung für den Transport, die Weitergabe der Aufbewahrung und den Transfer von persönlichen Informationen, sowie über die Proben und Einzelheiten des besonderen Falles zur Gewährleistung des Datenschutzes.
  • Unterzeichnung eines befristeten Vertrags zwischen den Kliniken, der Informationen über das Ursprungszentrum, über das empfangende Zentrum und über die Verantwortlichen des Verfahrens in beiden Banken enthält.
  • Transport der Proben in Spezialbehältern, die dafür ausgelegt sind, den Schaden des biologischen Materials extrem zu minimieren.
  • Das Zielzentrum muss dem Ursprungszentrum eine Empfangsbestätigung ausstellen.

Arten des Transports von Embryonen und Gameten

Es gibt verschiedene Arten des Transports biologischer Proben für diese Fälle, wobei die weit verbreitetste der Tank mit flüssigem Stickstoff ist. Diese Transportart bietet die besten Bedingungen zur Erhaltung der Proben, vor allem für Eizellen und Präembryonen, auch wenn die Verwendung von Kisten mit Trockeneis ebenfalls sehr wirksam für den Transport von Samen ist.

Transport in ein anderes Land

Erfolgt die Überführung der Proben in ein anderes Land, ist die Sache komplexer. Zunächst muss beim Gesundheitsministerium eine Exportgenehmigung beantragt werden, auf die man mehrere Wochen warten muss. Danach ist das Verfahren das gleiche wie zuvor beschrieben.

Es muss betont werden, dass die Überführung von Proben in Fällen nicht erlaubt ist, in denen eine spätere Leihmutterschaft durchgeführt werden soll, da diese Art von Behandlungen in Spanien nicht erlaubt ist.

Welche Risiken bestehen beim Transport von Embryonen und Gameten?

Die häufigsten Risiken ergeben sich aus der Handhabung der Proben, wenn ihr Behälter gewechselt wird, sowohl im Ursprungszentrum als auch an ihrem neuen Standort im Zielzentrum. Außerdem ist der Umgang mit den Behältern entscheidend, weshalb der Transport so rasch wie möglich durchgeführt werden muss, um zu verhindern, dass die optimalen Temperaturbedingungen verloren gehen, unter denen die Proben verbleiben müssen.

Wer ist verantwortlich für Schäden während des Transports?

Falls eine Beeinträchtigung des biologischen Materials während des Transports anfällt, ist hierfür die Transportfirma oder die beauftragte Firma verantwortlich, für die Haftpflicht besteht.

Abschließend…

…ist zu betonen, dass die Überführung von Präembryonen oder Gameten ein delikates Verfahren ist, das gewisse Risiken mit sich bringt, über die die Patienten informiert werden müssen.

Gegenwärtig gibt es kein standardisiertes Protokoll für dieses Verfahren, und jedes Zentrum legt seine eigenen Anforderungen für die Überführung fest, wobei das Wohl der Patienten immer im Vordergrund steht.

Ivan Ochando, Biologe am Instituto Bernabeu.

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