Während der ersten Tage der Periode, beginnt im Eierstock ein komplexer Prozess, dessen erster Schritt die Entwicklung mehrerer Eizellen ist, von denen nur eine reife Eizelle während des Eisprungs abgehen wird.

Was genau ist die Stimulation der Eierstöcke? Wie verläuft sie?

Unter Stimulation der Eierstöcke versteht man die Gabe von Medikamenten zur Unterstützung der Eizellreifung (Follikelreifung). Bei einer künstlichen Befruchtung zielt die Stimulation darauf ab, dass mehrere Eizellen zur Reife gelangen. Der Prozess ist auch bekannt als kontrollierte Stimulation der Eierstöcke.

Es gibt viele verschiede Medikamente und auch unterschiedliche Wege diese zu verabreichen. Zum größten Teil werden sie als Injektion in den Muskel (d.h. intramuskulär) oder unter die Haut (d.h. subkutan) verabreicht. Die Anwendung der Hormone, die für die Stimulation verwendet werden, beginnt in den ersten Tagen der Periode. Ein weiteres Medikament wird begleitend verwendet damit es nicht spontan zu einem Eisprung der reifenden Follikel, während der Punktion der Eizellen kommen kann.

Was sind die Risiken?

Durch die Stimulation des Eierstocks nimmt seine Größe durch die Entwicklung mehrerer Follikel in seinem Inneren zu. Die normale Größe des Eierstocks ist vergleichbar mit einer Mandel, durch die Stimulation kann seine Größe, die einer Orange erreichen. Das ist der Grund warum bei vielen Frauen Schwellungen oder Schweregefühl im Unterleib auftreten. Dieses Wachstum kann dazu führen das sich der Eierstock um seine eigene Befestigung dreht, dieses Phänomen wird als Ovarialtorsion bezeichnet und sollte als ein medizinischer Notfall angesehen werden. Aus diesem Grund ist es ratsam heftige Bewegungen (Fitness, Sprünge, Geschlechtsverkehr, etc.) am Ende der Stimulation der Eierstöcke zu vermeiden.

Bei einer zu starken Reaktion auf die Stimulation der Eierstöcke kann es in seltenen Fällen zu schwerwiegenden Komplikationen, im Rahmen einer künstlichen Befruchtung führen. Dieses Krankheitsbild wird ovarielles Hyperstimulationssyndrom genannt. Durch die Anwendung bestimmter medizinischer Protokolle und spezifischer Medikamente ist es heutzutage möglich diese Komplikation vollkommen zu verhindern.

Eine richtige Beurteilung jedes einzelnen Falles, die Personalisierung der Behandlung und methodische Auswahl von Medikamenten sind Schlüsselelemente für eine optimale Stimulation der Eierstöcke um eine ausreichende Anzahl von Eizellen zu erhalten, die durch die Techniken der assistierten Reproduktion entnommen werden können und jegliche Risiken für unsere Patientinnen zu verhindern.

Dr. Juan Carlos Castillo, Gynäkologe im Instituto Bernabeu.

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