Es sind recht viele Medikamente, die verschrieben werden, wenn ein Paar eine Fertilitätsbehandlung (In-Vitro-Fertilisation, Insemination, Eizellspende, etc.) beginnt.

Einige dieser Medikamente sind ganz einfach in der Verabreichung und praktisch ohne Nebenwirkungen. Andere wiederum sind komplexer und mit einigen Nebenwirkung, die auch stärker wahrgenommen werden können.

Im Anschluss beschreiben wir die meist verschriebenen Medikamente, wozu sie eingesetzt werden und welche Nebenwirkungen sie haben können. Es muss angemerkt werden, dass die Mehrheit der Medikamente hormonell sind oder auf diese Art wirken. Daher sind die Nebenwirkungen, die auftreten können, oftmals sehr ähnlich den Beschwerden einer Schwangerschaft.

Gonadotropine: Sind die par exellance-Medikamente einer Fertilitätsbehandlung. Sie dienen der kontrollierten Stimulation der Ovarienfunktion, um so anschliessend die Eizellen ( Oozyten), die sich in den Ovarien entwickelt haben, zu punktieren. Sie sind intramuscular oder subkutan ( die meisten von ihnen)  zu spritzen:

  • Menopur® 75 und 1200

Sowohl Menopur 75 als auch 1200 enthalten als Wirkstoff hochreines Menotropin, das aus dem Urin von Frauen nach der Menopause gewonnen wird. Dieses Molekül zeigt eine follikelstimulierende (FSH) sowie luteinisierende (LH) Wirkung.

Ihre Anwendung im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung hat die kontrollierte ovarielle Stimulation als Ziel, indem die Entwicklung von mehreren Follikeln gefördert wird. Auf diese Weise können wir eine geeignete Zahl an Eizellen für Behandlungen der In-vitro-Fertilisation (IVF/ICSI) erzielen, die uns die höchste Wahrscheinlichkeit auf eine Schwangerschaft ermöglichen, je nach dem speziellen Fall der jeweiligen Frau/des jeweiligen Paares.

Die zu verwendende Dosis wird von Ihrem Gynäkologen indiziert und kann je nach den Ultraschallbildern und Blutanalysen (Bestimmung von Estradiol und Progesteron) schwanken, die jeweils im Laufe der Behandlung vorgenommen werden.

  • Gonal®

  • Puregon®

  • Fostipur®

  • Ovitrelle®

Ist das Medikament, das für den Abschlussprozess der Eizellreifung und den darauf folgenden Eisprung zuständig ist. Abhängig von der Behandlung, die angestrebt wird, sei es Künstliche Befruchtung (IAC) oder In-Vitro-Fertilisation (IVF), wird dieses Medikament verschieden angewendet. Der Medikamentenzeitplan sowie die Dosierung muss aber jeweils genau eingehalten werden. Nähert sich die Zeit des Eisprungs, so können die Nebenwirkungen einer sich nähernden Regel gleichen.

Orale Verhütungsmittel: Sie werden gewöhnlich vor einem IVF-Zyklus verschrieben. Dies hat den Grund, dass sich mit ihrer Hilfe der weibliche Zyklus besser kontrollieren lässt und sie bewirken eine bessere Ansprache auf die später folgenden Medikamente.

Clomifen Zitrat (Omifin®): Ist ein Eisprunginduktor, der schon seit vielen Jahren verschrieben wird. Heute wird es allerdings nur noch in Verbindung mit anderen Medikamenten verabreicht. Es ist einfach in der Einnahme und hat nur minimale Nebenwirkungen.

GnRH-Analoga: Es gibt mehrere Typen und sie können in verschiedenen Momenten eines IVF-Zyklus verabreicht werden, abhängig vom Effekt, der erzielt werden soll. Generell dienen sie zur besseren Kontrolle der Stimulierung der Eierstöcke und einer besseren Reaktion auf Gonadotropine.

Antagonisten: Seit ihrer Verwendung bei IVF-Behandlungen, hat sich die Überwachung der Stimulierung deutlich vereinfacht. Sie dienen der Vorbeugung eines frühzeitigen Eisprungs und unterstützen einen positiven Behandlungsausgang.

  • Cetrotide®

Ihr Wirkstoff ist das Cetrorelix, das als Antagonist des Hormons wirkt, das dier Gonadotropine (GnRH) freisetzt, die dazu dienen, in der Hypophyse die Freisetzung des follikelstimulierenden (FSH) und luteinisierenden (LH) Hormons zu erzielen.

Antagonist zu sein bedeutet, dass dieses Molekül in der Lage ist, sich mit dem Rezeptor des GnRH zu verbinden, es zu blockieren und zu verhindern, dass es seine Funktion ausfüllt.

Cetrotide wird also bei Behandlungen der künstlichen Befruchtung dafür verwendet, um die frühzeitige Ovulation der Eizellen (auf Grund von möglichen Spitzenwerten an LH) zu verhindern, so dass sie im Falle der In-vitro-Fertilisation (IVF/ICSI) durch ovarielle Punktion für die Befruchtung im Labor erzielt werden können.

  • Orgalutran®

Sein Wirkstoff ist das Ganirelix. Dieses Molekül wirkt als Antagonist des Hormons, das die Gonadotropine (GnRH) freisetzt, verbindet sich mit dessen Rezeptor (der sich in der Hypophyse befindet) und erzielt die gleiche Wirkung wie diese, d.h. die Freisetzung des follikelstimulierenden (FSH) und luteinisierende (LH) Hormons.

Auf diese Weise wird das Orgalutran bei den Behandlungen der In-vitro-Fertilisation verwendet, sowohl durch IVF als auch durch ICSI, um zu verhindern, dass die Ovulation der Eizellen vor der ovariellen Punktion erfolgt.

Progesteron: Dieses zäpfchenähnliche Medikament wird hauptsächlich vaginal verabreicht. Es ist eine hormonelle Unterstützung in der Lutealphase (nach dem Eisprung), sollte diese unzureichend sein oder sollte die Behandlung die Einnahme erfordern. Die Dosierungen sind variabel und können auch oral verabreicht werden.

Östrogene: In den Eizellspendebahandlungen, Transferen von kryoconservierten Embryonen, etc. werden diese Medikamente zur Vorbereitung des Endometriums verordnet. Sie unterstützen die Aufnahme der Embryonen und helfen beim Voranschreiten der Schwangerschaft. Östrogene können oral eingenommen oder in Form von Pflastern über die Haut aufgenommen werden.

Abschliessend kann man sagen, dass die für Behandlungen der assistierten Reproduktion verschriebenen Medikamente, je nach gewünschtem Effekt, unterschiedlich gehandhabt werden. Dies bedeutet, das ihre Verschreibung für jedes Paar individuell ist, denn das gleiche Medikament kann auf verschiedene Art verabreicht werden.

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