Vorzeitige Ejakulation und andere Probleme des Ejakulats - Instituto Bernabeu

Die Ejakulation ist der organische Prozess, der die Abgabe von Samen aus den Samenbläschen nach außen steuert. Auf unterschiedlichen Ebenen der Samenstränge kommen Substanzen mit Ernährungs- und Erhaltungsfunktionen zur Gewährleistung der Vitalität und Bequemlichkeit des Spermiums auf seiner Reise nach außen dazu. Diese Reise kann auf verschiedene Weise gestört werden, insbesondere hinsichtlich ihrer Dauer (frühzeitige oder verzögerte Ejakulation), ihres Ziels (retrograde Ejakulation) oder ihrer Abwesenheit (Anejakulation). Die Anwesenheit von Störungen bei der Ejakulation wird mit Problemen bei der Abgabe und Lagerung des Samens in der Vagina assoziiert, weshalb ihre Beziehung mit Fruchtbarkeitsproblemen deutlich ist.

Das DSM-IV definiert den vorzeitigen Samenerguss als “Anhaltende und rezidivierende Ejakulation als Reaktion auf eine minimale sexuelle Stimulation vor, während oder unmittelbar nach der Penetration und bevor die Betroffenen es wünschen”. Es ist charakteristisch, dass die Ejakulation immer oder fast immer mehr oder weniger 1 Minute nach der vaginalen Penetration auftritt, was eine Unfähigkeit zur Verzögerung der Ejakulation bei allen oder fast allen Beziehungen und negative persönliche Konsequenzen mit sich bringt, wie Ängste, Sorgen, Frustration und / oder die Vermeidung der sexuellen Intimität, was sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirkt. Sie tritt häufig bei jungen Männern auf, und bis zu 30% der Patienten mit vorzeitiger Ejakulation hat zugleich Probleme der erektilen Dysfunktion.

Eine ihrer Hauptursachen ist die Reduzierung der Häufigkeit des Koitus (längere Zeit der Enthaltsamkeit), neben psychologischen Störungen im Zusammenhang mit frustrierenden oder traumatischen sexuellen Erfahrungen. Sie ist häufig mit sexuellen Problemen des Partners assoziiert, wie Anorgasmie und Vaginismus, wobei es sehr empfehlenswert ist, den Partner in die Behandlung mit einzubeziehen.

Die Anejakulation impliziert die Abwesenheit der Ejakulation. Es ist die schwerste Ursache, da keine Samenprobe vorliegt, und man auf eine Biopsie/Hoden-PAAF zurückgreifen muss, um Spermien zurückzugewinnen. Ihre Ursachen sind neuronaler und psychologischer Art (sexuelle Vermeidung).

Die retrograde Ejakulation bedeutet die Abgabe von Samen zur Blase anstatt nach außen. Sie hat im Wesentlichen pharmakologische Ursachen (Einnahme von Alphablockern) und ist auch auf anatomische Störungen (sekundär nach chirurgischer Behandlung der Prostata-Erkrankung) zurückzuführen. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, Spermien aus dem Postejakulat im Urin zu gewinnen (durch Mikroskopie), wenn auch die Ergebnisse und die Qualität der Probe nicht immer den Erwartungen entsprechen.

Die verzögerte Ejakulation ist eine zeitlich verzögerte Abgabe von Samen. Sie kann auf ein Problem der Unfruchtbarkeit hindeuten, wenn die Abgabe so spät erfolgt, dass die Ejakulation außerhalb der Vagina erfolgt.

Die Behandlung all dieser Störungen ist multimodal, unter Kombination von pharmakologischen Werkzeugen und Strategien der Verhaltens- und Paartherapie.

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