Die Insemination ist eine einfache Technik, die bei Paaren angewendet wird, bei denen eine bestimmte Fruchtbarkeitsstörung vorliegt.

Die besten Vorraussetzungen für diese Behandlungsmethode sind: Gut durchlässige Tuben, unfruchtbarkeit weniger als 3 Jahre und eine gute Qualität des Spermas von Seiten des männlichen Partners. In den meisten Fällen werden nicht mehr als 4 Versuche unternommen. Die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit liegt bei ca. 25% – 30%.

Die Fertilisation in Vitro ist eine komplett andere Behandlungsmethode: Die Befruchtung der Gameten erfolgt in einem Reproduktionslabor. Die Erfolgsraten sind höher und geben genauere klinischen Information für die Patienten, da die Entwicklung der Embryonen über einige Tage im Labor beobachtet werden kann.

Jede Behandlungsmethode bedarf spezieller medizinischer Anweisungen. Von daher ist es wichtig, das jede Patientin/ Patient genausten von Ihrem Arzt aufgeklärt werden sollte.

Im Folgenden erklären wir in einfacher Weise die grundlegenden Unterschiede zwischen beiden Behandlungen:

INSEMINATION FERTILISATION IN VITRO
1. Es handelt sich um die Übertragung des zuvor selektierten Spermas, welches in den Uterus des Patienten übertagen wird. Davor hat die Patientin eine Stimmulation zur Auslösung des Eisprungs erhalten. Besteht aus der Entnahme der Eizellen, die im Labor befruchtet werden. Die daraus entstehenden Embryonen werden in die Gebärmutter der Patientin eingesetzt.
2. Die Befruchtung (Vereinigung der Eizelle und des Spermiums) verläuft “in Vitro”, im Unterleib der Patientin, ganz genau im Eileiter. Die Befruchtung verläuft “in Vitro” im Labor der Klinik.
3. Es ist eine sehr einfache Technik, bei der die Entnahme der Eizellen nicht notwendig ist. Es ist eine sehr komplexe Technik und ergibt sich aus der operativen Entnahme der Eizellen und der Befruchtung im Labor.
4. Die Stimmulation des Eierstocks ist minimal um eine Mehrlingsschwangerschaft zu vermeiden. Das Wachstum von nur 2 oder 3 Follikeln würde die Annulierung der Behandlung bewirken. Durch die Stimmulation der Eierstöcke sollten zwischen 6 und 15 Eizellen gewonnen werden.
5. Die Behandlung ist kostengünstiger, betrachtet man die Kosten pro Behandlung. Der finanzielle Aufwand ist höher, jedoch wirtschaftlicher wenn Sie die Kosten pro geborenes Kind betrachten.
6. Die Erfolgschancen sind etwas geringer. Bei ca.15% der behandelten Paaren rechnen wir mit einer guten Erfolgschance. Die Behandlung bringt die höchsten Erfolgschancen pro Behandlungsversuch. In einigen Fällen liegt die Wahrscheinlichkeit eine Schwangerschaft zu erreichen bei 60%.
7. Bietet kaum Chancen auf Erfolg, in Fällen von Eileiterverschluss oder einem auffälligen männlichen Faktor. Die Chancen auf Erfolg sind sehr hoch, ausser in extremen Fällen unabhängig von Auffälligkeiten in den Eileitern oder dem männlichen Faktor.
8. Die Prognose ist gering, wenn eine Unfruchtbarkeit von mehr als 3 Jahren vorliegt, dass Spermiogramm auffällig ist oder Endometriosis bei der Patientin auftritt. Diese Behandlungsmethode ist die erste Möglichkeit bei Paaren mit längerer Unfruchtbarkeit, bei  auffälligem männlichen Faktor und Frauen mit Endometriose.
9. Während der Behandlung erhalten die Patienten wenig Information über den möglichen Verlauf der Behandlung. Während der Behandlung erhalten die Patienten wichtige Informationen wie z.B. über die Reaktion auf die Stimmulierung des Eierstocks, die Qualität der Eizellen, oder die Befruchtung und Entwicklung der Embryonen.
10. Die Insemination ist eine Methode mit guter Prognose (bei  jungen Patienten, die erst seit kurzer Zeit eine Schwangerschaft wünschen, keine Auffälligkeiten des Spermas und die Patientin frei von Endometriose oder auffälligen Eilleitern sein sollte. Die IVF Behandlung ist die Behandlung mit den höchsten Erfolgschancen im Rahmen der assistierten Reproduktion und ist die erste Wahl in den meisten Fällen.

Dr. Joaquín Llácer, stellvertretender Leiter des Instituto Bernabeu Alicante.

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