Umfassende Auswahl des Samenspenders und Ausschlusskriterien

Derzeit gibt es viele Paare, die auf die Spende von Gameten zurückgreifen müssen, um ihren Traum der Elternschaft zu verwirklichen. In diesen Fällen kommen die üblichen und verständlichen Zweifel über die Auswahlverfahren auf, die in den Reproduktionskliniken bei der Aufnahme von gespendeten Gameten in die Samenbanken angewandt werden.

In diesem Forum erklären wir das Verfahren zur Auswahl der Samenspender, das wir am Instituto Bernabeu anwenden, wobei wir immer berücksichtigen müssen, dass in unserem Land die Spenden von Gameten einen anonymen und uneigennützigen Charakter haben müssen.

1. Psychologische Untersuchung: durchgeführt von einem klinischen Psychologen, der Experte für die Betreuung von Patienten von künstlichen Befruchtungen ist.

Die Auswertung umfasst ein persönliches Gespräch und das Ausfüllen unseres Fragebogens zur psychologische Auswertung EMAE. Dieser Fragebogen hat das Ziel, den Menschen kennenzulernen und ihn in seinen unterschiedlichen Aspekten (emotional, sozial u.a.) zu beschreiben, um seine Verhaltensweisen wie emotionale Stabilität, Durchsetzungsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein, gesunder Menschenverstand, zwischenmenschliche Beziehungen, Uneigennützigkeit, Vertraulichkeit, Abwesenheit von Depressionen, Selbstvertrauen, Widerstandskraft gegen Angstzustände u.a. voraussagen zu können.

2. Samenuntersuchung: Nach erfolgter psychologischer Auswertung wird eine Samenprobe untersucht.

Diese muss in unseren Einrichtungen ejakuliert worden sein, nach einer sexuellen Abstinenz von 3 bis 5 Tagen. Wir stellen die Anzahl der in der Probe vorhandenen Spermien und deren Mobilität fest. Für eine gültige Probe müssen die Kriterien der Normalität, die von der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) festgelegt wurden, weit übertroffen werden.

3. Einfrier- und Auftautest: Alle Samenproben werden eingefroren und in unserer Samenbank gelagert werden, bis zu deren späterer Nutzung für die verschiedenen Techniken der künstlichen Befruchtung.

Nicht alle Samen verhalten sich auf gleiche Weise gegenüber diesem Verfahren des Einfrierens und Auftauens, und auch wenn die Technik sehr perfektioniert ist, gibt es immer eine gewisse Anzahl von Spermien, die diese nicht überleben oder deren Mobilität verringert wird. Um einschätzen zu können, welche Ergebnisse wir nach dem Auftauen der Samenproben erzielen werden, ist es notwendig, Einfrier- und Auftautests mit dem Samen durchzuführen.

Nachdem die Samenuntersuchung erfolgreich abgeschlossen ist, gehen wird zur Durchführung verschiedener Blutanalysen über:

4. Allgemeine Analysen und Analysen auf ansteckende Krankheiten:

  • Blutgruppe und Rh-Faktor.
  • Serologie auf Hepatitis B, Hepatitis-B-Core, Hepatitis C, HIV und Syphilis.
  • Geschlechtskrankheiten: Chlamydia trachomatis, Herpes simplex I und II, Treponema pallidum, Neisserria gonorrhoeae, Trichomonas vaginalis, Mycoplasma hominis, Mycoplasma genitalium, Haemophilus ducreyi und Ureaplasma urealyticum.

5. Chromosomen- und genetische Untersuchungen, um die mögliche Anwesenheit von Erbkrankheiten auszuschließen, die auf die Nachkommen übertragen werden könnten:

  • Karyotyp: Untersuchung, um Chromosomenanomalien oder Chromosomenpolymorphismen auszuschließen, die auf die Nachkommen übertragen werden und zu Fehlgeburten oder angeborene Fehlbildungen führen könnten.
  • Screening auf Mutationen des Mukoviszidose-Gens: Es handelt sich um die häufigste autosomale Krankheit bei der allgemeinen Bevölkerung. Mit unserer Methode können wir bei der europäischen Bevölkerung 98% der Fälle entdecken, unter Befolgung der Empfehlungen des Amerikanischen Kollegiums für Medizinische Genetik (ACGM) und des Europäischen Netzwerks für Mukoviszidose (Eurogentest).
  • Genetische Untersuchung auf Alpha-Thalassämie: Derzeit sind ungefähr 5% der Weltbevölkerung Träger eines potenziell pathologischen Hämoglobin-Gens, das zu einer Art von sehr schwerer Anämie führt.
  • Genetische Untersuchung auf Spinale Muskelatrophie: Die spinale Muskelatrophie (SMA) ist eine Gruppe von neuromuskulären Krankheiten, die zu Muskelschwäche und Muskelatrophie führen.

6. Genetischer Kompatibilitätstest (GKT): Dieser Test ermöglicht es uns, bei 552 Genen zu analysieren, ob rezessive Krankheiten vorliegen, die auf die Nachkommen übertragen werden könnten.

Falls nach Abschluss all dieser Untersuchungen alle Analysen negativ ausgefallen sind, können wir den Spender in unsere Samenbank aufnehmen.

Im vergangenen Jahr 2017 waren in unseren Kliniken von allen Kandidaten für die Aufnahme als Samenspender nur etwa 30 Prozent für unsere Samenbank geeignet.

Damit möchten wir deutlich machen, dass wir am Instituto Bernabeu eine umfassende Auswahl unserer Samenspender durchführen, um über Gameten von hoher Qualität für unsere Techniken der künstlichen Befruchtung zu verfügen.

Azahara Turienzo, Biologin am Instituto Bernabeu.

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