Von der Befruchtung bis zum Transfer in die Gebärmutter durchlaufen die Embryonen eine Entwicklung, die von den Embryologen bewertet wird. Alle Embryonen, die sich korrekt entwickelt haben und sich in einwandfreiem Zustand befinden, werden für den Transfer und/oder für die Kryokonservierung ausgewählt.

Am Instituto Bernabeu führen wir die Klassifizierung der Embryonen gemäß den Kriterien durch, die von der Vereinigung für das Studium der Reproduktionsbiologie (ASEBIR) 2007 festgelegt und 2015 aktualisiert wurden. Auf deren Grundlage werden allgemein vier Kategorien für die Klassifizierung der Embryonen verwendet:

Kriterien für die Klassifizierung der Embryonen

  • Kategorie A: Embryo von optimaler Qualität mit maximaler Implantationsfähigkeit.
  • Kategorie B: Embryo von guter Qualität hoher erhöhter Implantationsfähigkeit.
  • Kategorie C: Mittelmäßiger Embryo mit wenigen Implantationsmöglichkeiten.
  • Kategorie D: Embryo von schlechter Qualität mit sehr wenigen Implantationsmöglichkeiten.

Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Klassifizierung in eine dieser 4 Kategorien am Tag des Transfers erfolgt. Dennoch werden die Embryonen während ihrer vorangehenden Entwicklung täglich bewertet, unter Analyse verschiedener morphologischer Aspekte, die bei der Klassifizierung berücksichtigt werden:

Kriterien für die Klassifizierung der Embryonen

Als Tag 0 gilt der Tag, an dem die Entnahme der Eizellen erfolgt und deren Besamung mit Hilfe von IVF oder ICSI durchgeführt wird..

An Tag 1 wird die Befruchtung zwischen 16 und 22 Stunden nach der Besamung bewertet, wobei als Embryonen diejenigen gelten, die zwei Pronuklei und zwei Polarkörper haben. Nach 25 bis 27 Stunden wird die erste Embryonenteilung bewertet.

An Tag 2 und Tag 3 werden Aspekte wie die Anzahl der Zellen, die Anzahl der Nuklei pro Zelle, die Symmetrie, der Grad der Fragmentierung, die Anwesenheit von Vakuolen und das Aussehen der Glashaut bewertet. In dieser Phase gelten an Tag 2 als ideale Anzahl 4 Zellen, und an Tag 3 sind es 8 Zellen.

An Tag 4 beginnt der Embryo seine Umwandlung zur Blastozyste, und geht von einem Zustand, in dem die Zellen individuell beobachtet werden, in einen kompakten Zellhaufen über, der Morula genannt wird. An diesem Tag der embryonalen Entwicklung werden die Erhöhung der Zellenanzahl des Embryos sowie der Verdichtungsgrad bewertet, und geprüft, ob er alle Zellen umfasst oder einige draußen gelassen wurden.Kriterien für die Klassifizierung der Embryonen

Zwischen den Tagen 5 und 6 der Entwicklung nach der Befruchtung vervollständigen die Embryonen ihre Umwandlung in Blastozysten. In dieser Phase der Entwicklung ist es möglich, bestimmte Teile sichtbar zu machen und zu identifizieren (siehe seitliches Bild): das Blastocoel (innerer Hohlraum), die Glashaut (äußere Schicht, die den Embryo umgibt) den Trohoektoderm (äußere Schicht von Zellen, die den Blastozysten umgeben und zur Entstehung der Plazenta führt) und die innere Zellmasse (kleine Gruppe von Zellen, aus denen der Fötus entsteht). Die Blastozysten werden anhand der Bewertung von drei Aspekten klassifiziert: der Grad der Expansion, der Zustand der inneren Zellmasse und der Zustand des Trohoektoderms.

Es wichtig, darauf hinzuweisen, dass sowohl die endgültige Klassifizierung als auch die verschiedenen, während der Entwicklung vorgenommenen Bewertungen ein Werkzeug zur Bewertung der Qualität der Entwicklung und Ihrer Möglichkeiten einer Schwangerschaft sind. Allerdings garantiert weder ein Embryo vom Typ A den Erfolg, noch ist bei einem Embryo vom Typ D das Scheitern sicher. Die Embryonenimplantation ist ein komplexer Vorgang, der nicht nur mit der Qualität der Embryonen zusammenhängt, sondern von vielen Faktoren beeinflusst wird, wie der Empfänglichkeit des Endometriums, dem Alter der Mutter oder immunologischen Faktoren.

Mariló Pérez, Biologin am Instituto Bernabeu

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