Genetische Techniken für die Analyse von Überresten von Fehlgeburten

Die Schwangerschaftsverluste (Fehlgeburten) gehen normalerweise auf fötale und mütterliche Faktoren zurück. In 50% der Fälle sind die Fehlgeburten, die während des ersten Vierteljahres der Schwangerschaft eintreten, durch Chromosomenveränderungen beim Embryo bedingt, und sind bei Frauen im fortgeschrittenen Alter häufiger. Diese Veränderungen können numerisch und/oder strukturell sein. Die numerischen (die häufiger sind), sind diejenigen, bei denen der Embryo eine oder mehrere Chromosomen zu viel (TRISOMIE/POLIPLOIDIE) oder zu wenig (MONOSOMIE) aufweist. Die strukturellen dagegen (weniger häufig) bestehen darin, dass bestimmte Chromosomenregionen dupliziert oder abwesend sind, dass ein Austausch von genetischem Material zwischen zwei Chromosomen stattfindet (Translokation) oder dass eine Chromosomenregion innerhalb des gleichen Chromosoms invertiert ist (Inversion).

Welche genetischen Techniken werden für die Erkennung von Chromosomenveränderungen der Überreste von Schwangerschaftsverlusten angewandt?

Nach Erlangung des Materials, das von der Fehlgeburt stammt, werden als Techniken für die Erkennung möglicher Chromosomenanomalien vor allem die Technik FISH (Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung) und die Technik des Karyotyps angewandt. Die FISH mach es möglich, innerhalb von 24 Stunden zu prüfen, ob Veränderungen in einem der Chromosomen vorliegen. Am häufigsten analysiert werden die Chromosomen 21, 13 und 18 (verantwortlich für Down-, Patau- bzw. Edwards-Syndrom, die Geschlechtschromosomen (X, Y) sowie die Chromosomen 16 und 22 (Chromosomen, die bei Fehlgeburten häufig sind). Der Karyotyp dagegen erlaubt es uns, alle Chromosomen sichtbar zu machen und festzustellen, ob numerische oder strukturelle Veränderungen in einem der 46 Chromosomen vorliegen, die jeweils eine der Zellen des Fötus bilden. Der Nachteil davon ist allerdings, dass er eine Zellkultur erfordert, die gewöhnlich etwa 15 Tage dauert. Daneben besteht die Möglichkeit, dass kein Zellwachstum erfolgt, oder dass eine Ansteckung durch die Mutter vorliegt.

Heute gibt es Techniken mit höherer Auflösung als der konventionelle Karyotyp, wie die Array CGH, die die Entdeckung von Veränderungen von geringerer Größe ermöglichen. Nachteile dieser Technik sind allerdings die hohen Kosten, und dass sie es nicht erlaubt, ausgeglichene Chromosomenveränderungen (Translokationen oder Inversionen) oder Polyploidien zu entdecken.

Wann ist es indiziert, eine Analyse der Überresten von Fehlgeburten vorzunehmen?

Diese Art der Untersuchung kann erfolgen, wenn eine Frau einen Schwangerschaftsverlust von unbekannter Ursache erlitten hat, und insbesondere bei Paaren mit wiederholten spontanen Fehlgeburten.

Welchen klinischen Nutzen haben die genetischen Untersuchungen der Überreste von Fehlgeburten?

Diese Analyse ermöglichen es dem Paar, festzustellen, welches die Ursache der Fehlgeburten ist, und so die Risiken bei einer zukünftigen Schwangerschaft zu minimieren. Außerdem bietet sie Paaren, die sich Techniken der künstlichen Befruchtung unterziehen, angemessene genetische Beratung angesichts zukünftiger Behandlungen der künstlichen Befruchtung, um so eine evolutive Schwangerschaft zu erreichen. Hierfür gibt es derzeit genetische Techniken, wie das komplette Chromosomenscreening (a-CGH/NGS), die den Transfer von chromosomal normalen Embryonen gestatten.

Dr. Eva García, Biologin am Instituto Bernabeu.

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