mellizos1Bevor wir mit der Erklärung der Unterschiede zwischen  eineiigen und zweieiigen Zwillingen beginnen, geben wir zuerst eine kurze Erklärung zur Wortentstehung beider Wörter.

Etymoligisch haben beide Begriffe die gleiche Herkunft (Latein gemellicium) und werden im Zusammenhang mit der Geburt von zwei Kindern zur gleichen Zeit verwandt. Der einzige Unterschied lag in der Verwendung des Begriffs. Im Laufe der Zeit hat sich der Unterschied beider Begriffe mit der Veränderung der Fortschritte in der Genetik und der Kenntnis im Bezug auf die Entwicklung menschlicher Embryone deutlich von einander unterschieden. In der letzten Ausgabe des Fachwörterbuchs RAE wird eine genaue Differenzierung der beiden Wörter gegeben:

  • Eineiige Zwillinge: Wurden zum gleichen Zeitpunkt geboren und stammen von der gleichen Eizelle.
  • Zweieiige Zwillinge: Wurden zum gleichen Zeitpunkt geboren und stammen von zwei verschiedenen Eizellen.

Wir sprechen von zweieiigen Zwillingen, wenn sich unterschiedliche Eizellen und Spermien befruchtet haben und die daraus entstandenen Kinder im gleichen Moment geboren werden, d.h. dass sie Geschwister sind aber sonst keine Besonderheit auftritt.

Eineiige Zwillinge sind jedoch genetisch identisch, da sie von der gleichen Eizelle und Samenzellen stammen und sich in einem sehr frühen Stadium geteilt und individuell weiterentwickelt haben. Aus diesem Grund haben eineiige Zwillinge die gleiche DNA und damit auch das gleiche Geschlecht. Streng gesehen sind es Klone. Es darf dennoch nicht vergessen werden, dass die Auswirkungen der Umwelt auch genetisch sein und  Unterschiede bei den Zwillingen produzieren kann. In der Tat haben Zwillinge unterschiedliche Fingerabdrücke. Das bedeutet, dass  sie über die gleichen „Rohstoffe“ verfügen sich aber dennoch zu unterschiedlichen Individuen entwickeln.

In der Gynäkologie wird von eineiigen Zwillingen gesprochen (monozygotisch, aus einer Ei- und einer Samenzelle, welche mellizos2sich in zwei teilen) und zweieiige Zwillinge (dizygotisch, von unterschiedlichen Ei- und Samenzellen). Unabhängig von ihrer Herkunft, hat bei Zwillingschwangerschaften jeder Fötus seine eigene Plazenta, Fruchtblase  und Chorion (Eihaut). Zwilligsschwangerschaften können monochorial und bichorial sein. Bei eineiigen Zwillingen kann beides der Fall sein.

Statistisch gesehen sind 1 von 80 Schwangerschaften Zwillingschwangerschaften, wobei zwei Drittel eineiige Zwillinge  und ein Drittel zweieiige Zwillinge sind. Es wird angenommen das die Anzahl der Zwillingschwangerschaften sogar noch höher ist, allerdings stoppte die Enwicklung eines Embryos bereits im frühen Schwangerschaftsstadium. Es gibt sowohl Umweltfaktoren (z.B. Ernährung) als auch Erbfaktoren, die zu einer Zwillingsschwangerschaft führen können. Die Anwendung von Behandlungen der assistierten Reproduktion ist ein Schlüsselfaktor für die Erhöhung der Häufigkeit von Zwillingsschwangerschaften, da häufig mehr als ein Embryo eingesetzt wird.

Ebenso erwähnenswert, ist die Wichtigkeit von Zwillingen in der biomedizinischen Forschung, da sie Hinweise auf den Ursprung oder die Veranlagung bestimmter genetischer Erkrankungen geben.

 

Dra. Belén Lledó, medizinische Leiterin IBBIOTECH Instituto Bernabeu Gruppe

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