Zehn Forschungsarbeiten des Instituto Bernabeu wecken das Interesse der Europäischen Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie (ESHRE) auf deren erstem virtuellen Kongress

  • 06-07-2020

Der wichtigste europäische Kongress im Bereich der Unfruchtbarkeit und Reproduktionsmedizin findet dieses Jahr an den Computern, Tablets und Handys der über 6.700 Teilnehmer statt, da das Treffen zum ersten Mal in seiner Geschichte, aus Sicherheitsgründen wegen der Corona-Krise, virtuell abgehalten wird. Jedes Jahr finden sich mehrere Arbeiten des Instituto Bernabeu unter denjenigen, die von dem Expertenkomitee ausgewählt werden, um auf dem wissenschaftlichen Treffen präsentiert zu werden, und auch 2020 ist dies der Fall. Dieses Jahr sind es zehn Forschungsarbeiten der Klinik, die das Interesse der Gesellschaft geweckt haben. Vom 5. bis 8. Juli präsentiert das Instituto Bernabeu auf dieser jährlichen Versammlung Studien aus Bereichen wie der Reproduktionsbiologie, der Molekularbiologie, der Genetik, der Embryologie.

Der Gynäkologe am Instituto Bernabeu Dr. Juan Carlos Castillo wird mit Hilfe einer Videokonferenz seine Forschungsarbeit über die Verwendung eines natürlichen Hormons für die ovarielle Stimulation von Eizellspenderinnen vortragen.

Die ovarielle Stimulation ist ein üblicher Prozess in der Reproduktionsmedizin, um eine höhere Anzahl von Eizellen zu erzielen und so die Fruchtbarkeitsbehandlung zu optimieren. Zur Verbesserung der Lebensqualität der Eizellspenderinnen hat das Instituto Bernabeu geforscht und eine neue Form der Stimulation gefunden, und zwar mit Hilfe eines natürlichen Hormons, das oral verabreicht wird, womit die Injektion des Medikaments vermieden wird. Diese Errungenschaft wurde von der Europäischen Gesellschaft für Humanreproduktion und Embryologie (ESHRE) zur Präsentation auf einer Konferenz bei ihrem 36. Kongress zugelassen, der dieses Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte als Videokonferenz stattfindet.

 

“Natural micronized progesterone versus a GnRH antagonist in egg-donation cycles. An extended experience”

J. Castillo; J. Guerrero; R. Delgado; B. Moliner; L. Luque; J. Ten; A. Fuentes; A. Bernabeu; J. Llácer; R. Bernabeu

 

Weiter neun Forschungsarbeiten der Klinik für Reproduktionsmedizin werden auf dem internationalen Kongress vorgestellt.

 

2. Es wird erforscht, ob das vaginale Mikrobiom das Ergebnis einer In-vitro-Fertilisation in Fällen mit oder ohne wiederholten Fehlern voraussagen kann

Die Studie unter der Leitung von Frau Dr. Andrea Bernabeu sollte herausfinden, ob bestimmte Bakterien der Vagina und des Endometriums um Zusammenhang mit dem Erfolg oder dem Scheitern nach einer In-vitro-Fertilisation bei Patientinnen mit und ohne Implantationsfehler stehen. Die Forschungsarbeit hat ergeben, dass das Muster des vaginalen und endometrialen Mikrobioms in einem direkten Zusammenhang mit der Schwangerschaftsrate steht, und bei Patientinnen, die nicht unter Implantationsfehlern leiden, abweicht.

The pattern of vaginal/endometrial microbiome as a predictor for outcome of in vitro fertilization (IVF) in patients with or without repetitive implantation failure: a pilot study.

A. Bernabeu, B. Lledó, M.C. Díaz, F. Lozano, A. Rodríguez-Arnedo, R. Bernabeu

 

3. Neue wissenschaftliche Errungenschaft über die Genetik des Embryos

Das Instituto Bernabeu präsentiert bei der ESHRE eine Arbeit des Labors für Molekularbiologie und Genetik, bei der beobachtet wurde, dass sich mehr als die Hälfte der Störungen in den Fragmenten eines Chromosoms (58,2%) in den Telomeren ereignen, den Enden des Chromosoms. Ein hoher Anteil dieser als segmentär bezeichneten Veränderungen finden sich in den Embryonen, deren Qualität als schlecht angesehen wird (Klassifizierung C und D), und es wurde entdeckt, dass junge Frauen ein höheres Risiko haben, diese Anomalien aufzuweisen. Wenn der Anteil der Zellen mit segmentärer Veränderung nicht über 50% liegt, wird der Embryo als Mosaik klassifiziert, mit den gleichen Erfolgsmöglichkeiten wie bei Embryonen ohne Anomalien, und führt zur Geburt von Kindern, die frei von Chromosomenveränderungen sind.

Analysis of segmental aneuploidy and mosaicism in the human blastocysts. Is there any difference in pregnancy rates?

J. A. Ortiz, B. Lledó, R. Morales, E. García-Hernández, J. Ten, J. Llácer, A. Bernabeu, R. Bernabeu

 

4. Eine Studie bringt genetische Veränderungen mit Chromosomenanomalien beim Embryo und mit der Wahrscheinlichkeit der evolutiven Schwangerschaft in Verbindung

Eine der Arbeiten der Klinik für Reproduktionsmedizin konzentrierte sich auf die Untersuchung des Verhältnisses der genetischen Veränderungen bei einer Variante des Gens MTHFR, das am Folsäurestoffwechsel beteiligt ist, welcher wesentlich für die Reproduktion und die Schwangerschaft ist. Auf der Grundlage anderer Forschungsarbeiten, die über Varianten in diesem Gen mit Veränderungen beim Embryo und Problemen der Schwangerschaft berichten, hat das Instituto Bernabeu nach der Untersuchung verschiedener Chromosomenanomalien bei den Embryonen entdeckt, dass die Varianten C677CT und A1298C weder die Rate der Chromosomenanomalien beim Embryo noch die Schwangerschaftsrate beeinträchtigen.

Do maternal and embryo MTHFR gene polymorphisms have any influence on embryo chromosomal abnormalities and the ongoing pregnancy rate?

E. García-Hernández, R. Morales, H. Codina, A. Cascales, B. Lledó, JA. Ortiz, J. Ten, J. Llácer, A. Bernabeu, R. Bernabeu

 

5. Vergleichende Analyse zur Ermittlung der präzisesten Technik für die Chromosomenuntersuchung des Embryos

Diese Studie unter der Leitung der Direktorin der Genetikabteilung des Instituto Bernabeu, Frau Dr. Belén Lledó, bestand darin, die Präzision der nicht invasiven Untersuchung des Embryos durch einen Test namens niPGT-A zu bewerten, unter Anwendung von zwei unterschiedlichen Techniken der Chromosomenanalyse. Der niPGT-A verhindert die Embryonenbiopsie während des Prozesses der Präimplantationsdiagnostik und analysiert die freie DNA im Nährmedium, wo der Embryo „in vitro“ entwickelt wird. Dies ist eine Form, eine mögliche Auswirkung auf die Implantationsfähigkeit des Embryos zu minimieren, angesichts der hohen Spezialisierung an Personal und Ausrüstung, welche die Embryonenbiopsie erfordert. Die Forscher kamen zu ähnlichen Ergebnissen beim PGT-A und beim niPGT-A, auch wenn die Wirksamkeit des nicht invasiven Tests von der Kontamination der DNA und von dem embryonalen Mosaizismus beeinflusst sein kann. Um seine Zuverlässigkeit zu verbessern, schlagen die Experten eine Optimierung der Bedingungen der Embryonenkultur und der Wiedergewinnung des Mediums vor.

Consistent results of non-invasive pre-implantation genetic testing for aneuploidy (niPGT-A) of human embryos using two different techniques for chromosomal analysis

B. Lledó, R. Morales, J.A. Ortiz, A. Rodríguez-Arnedo, J. Ten, J.C. Castillo, A. Bernabeu, J. Llácer, R. Bernabeu.

 

6. Forschungsarbeit, die das Ergebnis der Beta-hCG mit der evolutiven Prognose der Schwangerschaft im Verbindung setzt

Für diese Studie des Instituto Bernabeu Albacete wurden Beispiele von 196 Patientinnen aus der Reproduktionsmedizin mit positivem beta-hCG (Schwangerschaftshormon) herangezogen. In der Studie wurde das Verhältnis des Anfangswertes dieses Hormons mit der späteren Evolution der Schwangerschaft und der Geburt des Babys verglichen, mit der Schlussfolgerung, dass das beta-hCG als Prognosemarker bei Behandlungen der künstlichen Befruchtung genutzt werden kann.

Serum beta human chorionicgonadotropin(β-hCG) levels 13 to 14 days after embryotransfer (ET) and the predictability of pregnancy outcome in IVF cycles

Lydia Luque, N. Ruiz, Á. Linares, J. Bartolomé, J.A. Ortiz, R. Bernabeu

 

7. Diagnostischer Fortschritt der niedrigen ovariellen Reserve in Verbindung mit dem Interleukin-10-Spiegel

Bei der Forschungsarbeit konnte der Zustand der Zytokine der Patientin mit der Diagnose der niedrigen ovariellen Reserve und Reaktion in Verbindung gebracht werden. Die Forscher des Instituto Bernabeu sind der Ansicht, dass das Interleukin-10 als Biomarker für die Vorhersage der ovariellen Reaktion nützlich sein kann. Die Untersuchung zeigt, dass der Interleukin-10-Spiegel niedriger ist bei Patientinnen mit niedriger ovarieller Reserve und Reaktion gegenüber Patientinnen mit normaler ovarieller Reserve und Reaktion. Wenn man diesen Spiegel kennt, können somit die Behandlungen personalisiert und die Ergebnisse verbessert werden.

Poor ovarian reserve and response are associated with interleukin 10 levels in women undergoing in-vitro fertilization

A. Fabregat, M. Hortal, B. Lledó, J.A. Ortiz, A. Bernabeu, J. Llácer, R. Bernabeu

 

8. Welche Art von Biopsie schadet dem Embryo weniger und hat mehr Erfolgswahrscheinlichkeit?

Die Biopsie des Embryos besteht in der genetischen Analyse seiner Zellen, womit es als chromosomisch normal, anormal oder Mosaik diagnostiziert werden kann. Hierfür werden 5 bis 10 Zellen aus der zukünftigen Plazenta entnommen, dem Trophoektoderm. Die Studie bewertete das genetische und reproduktive Ergebnis der Embryonen, an zwei Arten der Biopsie untersucht, dem Pulling, bei dem verstärkt der Laser genutzt wird, und dem Flicking, das weniger Versuche erfordert. Die Studie schlussfolgert, dass mehr als 4 Laserbestrahlungen die Mosaizismusrate erhöhen können, mit einfachen Mosaik-Embryonen, die praktisch genauso implantieren wie chromosomisch normale Embryonen.

Is mosaicism rate and characteristics influenced by the method of trophectoderm-biopsy technique employed in PGT-A cycles? Genetic results and reproductive outcome after pulling versus flicking

L. Herrero, M. Aparicio, L. Cascales, J. A. Ortiz, J. C. Castillo, C. García-Ajofrín, J. Ten, R. Bernabeu

 

9. Kann die Morphologie des Blastozysten Chromosomenveränderungen beim Embryo vorhersagen?

Bei dieser Forschungsarbeit haben die Fachleute des Instituto Bernabeu eine Korrelation zwischen den Aneuploidien und der Expansion des Blastozysten und der Qualität des Trophoektoderms festgestellt. In ihren Schlussfolgerungen weisen sie darauf hin, dass eine mangelhafte Morphologie und Blastozysten mit langsamer Entwicklung von älteren Patientinnen ein höheres Risiko von Aneuploidien (Chromosomenveränderungen) aufweisen.

Can we predict aneuploidy or mosaicism considering blastocyst morphology?

A.Rodríguez, L. Herrero, L. Cascales, J.A. Ortiz, A. Bernabeu, J. Llácer, A. Llaneza, J. Ten, R. Bernabeu

 

10. Die Forschungsarbeit setzt das Progesteron mit der Kontraktilität der Gebärmutter und deren Auswirkungen auf Patientinnen mit embryonalem Implantationsfehler in Verbindung

Patientinnen mit wiederholtem Implantationsfehler stellen eine Herausforderung und eine Sorge bei den Behandlungen der künstlichen Befruchtung dar. Die Studie hat festgestellt, dass Patientinnen, die niedrige Progesteronspiegel haben, zu mehr Kontraktionen neigen. Daher setzen die Forscher den Schwerpunkt darauf, sowohl die Kontraktionen als auch den Progesteronspiegel zu erfahren, was für die Personalisierung und den Erfolg der Behandlung helfen kann.

4D ultrasonographic evaluation of uterine peristalsis correlates with progesterone levels in patients with repetitive implantation failure  

B. Moliner, J. Llácer, A. Bernabeu, J.C. Castillo, A. Fuentes, F. Sellers, R. Bernabeu

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