Instituto BernabeuDie Time-lapse Methode (zu deutsch Zeitraffer) zeigt die Entwicklung von Embryonen in einer stetigen Abfolge unter Videoaufnahme, wobei das Gerät in einem Inkubator installiert wurde um so einen Film über die Embryonalentwicklung zu erstellen. Eine bestimmte Software rekonstruiert die Bilder und ermöglicht es uns die Entwicklung des Embryos zu verfolgen.

Seinen ersten Auftritt hatte die Methode vor fünf Jahren mit einem großen Medienaufwand, denn ihre Funktion war vielversprechend und sollte die Auswahl der Embryonen verbessern. Die konventionelle Methode zur Bewertung der morphologischen Aspekte wurde in Frage gestellt und so galt die neue Time-lapse als “Star” unter den biotechnischen Werkzeugen in der Reproduktionsbiologie.

Die Methode verbreitete sich rasend schnell ohne beweiskräftige Hinweise auf die Verbesserung der Statistik von geborenen Kindern oder über seine Sicherheit und Kosten (* Armstrong und Cols., 2015)

Daher stellen wir uns die Frage: Ist es eindeutig das die Time-lapse Methode sinnvoll ist?

Die Antwort darauf ist: Nein.

Die Gestaltung der meisten veröffentlichen Studienergebnisse bezüglich des Time-lapse sind mangelhaft und zeigen keine Überlegenheit durch die Anwendung der Technik. Bei den meisten Arbeiten wurde die Embryokultur verändert und genau dieser Aspekt kann zu Verbesserungen geführt haben, nicht aber die Technik des Time-lapse selbst. Darüber hinaus zeigte eine aktuelle randomisierte Studie (**Park und Cols., 2015), dass es keinen positiven Nutzen für Embryonen in Time-lapse Inkubatoren gegenüber herkömmlichen Inkubatoren gibt.

Ein weiterer Anhaltspunkt sind die hohen Kosten die durch die Anschaffung des Time-lapse in den IVF Laboren entstehen, die letztendlich an die Patienten geleitet werden da so IVF Behandlung teurer werden in dem Glauben einen größeren Erfolg zu erzielen.

Die Realität sieht ganz anders aus: Wir haben es mit einem Versuchswerkzeug mit einer zweifelhaften Wirkung zu tun.

Was als Einführung einer standardisierten Technik aller Fertilitätskliniken erschien, entpuppt sich als ein nicht standfester Trend, der aus finanziellen Kriterien und nicht medizinisch ethischen entstanden ist.

Referenzen

*Armstrong S, Vail A, Mastenbroek S, Jordan V, Farquhar C. Time-lapse in the IVF-lab: how should we assess potential benefit? Hum Reprod 2015;30:3-8.

**Park H, Bergh C, Selleskog U, Thurin-Kjellberg A, Lundin K. No benefit of culturing embryos in a closed system compared with a conventional incubator in terms of number of good quality embryos: results from an RCT. Hum Reprod 2015;30:268-275.

Dr. Jorge Ten, Leiter der Abteilung für Reproduktionsbiologie im Instituto Bernabeu

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