Die gesellschaftlichen Veränderungen in den letzten Jahren waren sehr positiv in Hinblick auf die Durchsetzung von Rechten und Gleichstellungen von Frauen, dies hat aber auch dazu geführt das viele Frauen sich zu einer späten Mutterschaft entscheiden. Doch die Natur versteht diese gesellschaftlichen Veränderungen nicht und so läuft die biologische Uhr in ihrem Rhythmus weiter. Die Folgen dieser Verzögerung der weiblichen Fruchtbarkeit sind sehr verschieden und äußern sich unterschiedlich bei jeder Frau. Dennoch ist es Tatsache, dass die Eierstockreserve sich mit dem Alter der Frau verringert und das die Qualität der Eizellen abnimmt.

Jede Frau wird mit einer bestimmten Anzahl von Eizellen geboren, über die sie für ihr ganzes Leben verfügen wird bis alle Eizellen beim Erreichen der Menopause verbraucht sind. Nicht alle Frauen in der gleichen Altersgruppe verfügen über die gleiche Anzahl von Eizellen (Eierstockreserve). Es kann sein das junge Frauen bereits über eine niedrige Eierstockreserve verfügen, während Frauen über 40 Jahren noch über eine normale Anzahl von Eizellen verfügen die darüberhinaus sehr gut auf eine In-Vitro-Fertilisation, bzw. auf eine Stimulation der Eierstöcke reagieren. Ebenso kann die Situation eintreten, dass eine Patientin mit einer geringen Reaktion bei einer Eierstockstimulation dennoch eine normale Qualität der Eizellen aufweist. In anderen Fällen tritt es auf, dass bei Patienten unter 40 mit einer niedrigen Reaktion auf die Stimulation dennoch gute Erfolgsaussichten bestehen.

Welche anderen Faktoren neben dem Alter der Frau beeinflussen zusätzlich die ovarielle Reserve, Qualität und Reaktion auf eine Stimulation? Ein wichtiger Faktor sind die allgemeinen Umweltfaktoren aber insbesondere die genetischen Faktoren. Deshalb sind die angewandte Forschung dieser Fälle und individuelle Studien der einzelnen Patienten auch so wichtig. Aus diesem Grund und mit dieser Zielsetzung hat das Instituto Bernabeu Alicante eine multidisziplinäre Einheit für die niedrigen Reaktion der Eierstöcke gegründet um sich speziell diesem Thema zu widmen und diese Hürde in der Reproduktionsmedizin zu überwinden.

Durch unterschiedliche Studien die von unserem Team durchgeführt wurden, kamen wir zu dem Entschluss, dass bei Frauen die eine niedrige Reaktion der Eierstöcke ausweisen, individuelle Untersuchungen und Studien unausweichlich sind um ein individuelles Behandlungsprotokoll zu erstellen: Ein individuell erstellter Behandlungsplan um die Reaktion des Eierstocks zu verbessern ist grundlegend. Die Reaktion der Eierstöcke ist der Schlüsselfaktor, schließlich hängt die Prognose für eine Behandlung der assistierten Reproduktion vor allem von der Anzahl der erhaltenen Eizellen ab. Der Unterschied zwischen zwei oder drei gewonnenen Eizellen ist sehr wichtig. Bei drei gewonnen Eizellen steigen die Erfolgschancen um 50% im Vergleich zu zwei.

Die Wichtigkeit einer multidisziplinären Betreuung liegt darin, dass unser Team in Zusammenarbeit die individuellen Patientenfälle analysiert und diskutiert um das Problem der niedrigen Reaktion durch die Kombination aus unterschiedlichen Kenntnis- und Erfahrungsbereichen unserer Spezialisten aus der Reproduktionsmedizin, Molekularbiologie, Genetik und Fortpflanzungsbiologie zu lösen.

Über eine besondere Abteilung mit diesen Funktion zu verfügen ist ein großer Vorteil, da die Patienten stets damit rechnen können neueste Technik und Verfahrensweisen für eine Diagnose zu erhalten, sowie besondere Untersuchungsmethoden wie: Spezifische Tests, 4D Ultraschall für Eierstock- und Gebärmuttergefäßstudien, Untersuchung genetischer Marker oder die Array-CGH sind nur einige der Untersuchungen die im IB für eine individuelle Behandlung der Patienten durchgeführt werden. Jede Frau hat besondere Bedürfnisse doch alle haben ein gemeinsames Ziel nämlich eine verbesserte Reaktion der Eierstöcke und eine verbesserte endometriale Empfänglichkeit um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.

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Dank dieser Aufmerksamkeit für jeden besonderen Patientenfall und die Konkretisierung der durchzuführenden Untersuchungen haben wir hoffnungsvolle Ergebnisse bei Patienten erhalten, die sonst wohl als einzige Lösung die Eizellspende gesehen hätten. Die Abteilung für eine niedrige ovarielle Reaktion deckt auch einen anderen sehr wichtigen Bereich für die Patienten und Paare ab: Eine individuelle emotionale Betreuung.

Patienten mit einer niedrigen ovariellen Reaktion auf eine Stimulation der Eierstöcke sind wahrscheinlich eine der größten Herausforderungen der sich Spezialisten in der assistierten Reproduktionsmedizin stellen müssen. So schreitet die Wissenschaft unermüdlich fort um in der Zukunft neue Alternativen für die Behandlung der “Low-Responder-Patienten” zu finden.

Wie im Fall einer unserer Forschungsgruppen des Instituto Bernabeu, die von der amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin ausgezeichnet wurde. Die Forschung bestand darin, eine Reihe von Untersuchungen an Eizellen die sich in der Ruhephase befunden haben im Eierstock zu aktivieren. Sie wurden sozusagen reaktiviert und erzeugen Eizellen die in der Situation einer Ovarialinsuffizienz auftreten. Diese Methode könnte eine mittelfristige medizinische Anwendung finden. Die Zukunftsprognose für Patienten mit niedriger ovarieller Reaktion (Low-Responder) ist ermutigend und optimistisch zu betrachten da es uns immer mehr gelingt die biologische Uhr zu steuern und zu kontrollieren.

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Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite: www.institutobernabeu.com oder www.ibbiotech.com

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