Das Wunder der Nidation - Instituto Bernabeu

Die Nidation oder Embryoimplantation ist der Prozess, bei dem sich das menschliche Embryo, um seine Entwicklung fortzusetzen, im Endometrium einnistet. Der erste Schritt dieses Prozesses beginnt mit dem Dialog zwischen den embryonalen Zellen und den Mutterzellen.

Es ist ein extrem komplexer Prozess, der bisher nur zum Teil bekannt ist, und von der Qualität des Embryos, von der Empfänglichkeit der Gebärmutter, sowie von der Synchronisierung dieser beiden Faktoren abhängt.

Der Schlüssel dieses Prozesses wird durch viele Moleküle bestimmt, die auf endometrialer, auf embryonaler und auf periferischer Ebene getrennt und perfekt synchronisiert sein müssen, um diesen Dialog zwischen Embryo und Endometrium durchführen zu können.

Wenn wir berücksichtigen, dass die Implantation ein Gespräch sein kann, dessen Wörter und Buchstaben perfekt entworfen wurden, dann können wir die Sätze, aus denen sie sich zusammensetzt, als die Etappen der Implantation ansehen, und die Wörter als die Moleküle, die in jedem einzelnen Stadium beteiligt sind.

1. Phase: Apposition – oder Rezeptivitätsdialog

Es beginnt mit dem Dialog des Embryos und des Endometriums, das die Eigenschaft der Empfänglichkeit über lokal wirkende Hormone und Wachstumsfaktoren erwirbt. Diese Phase nennt man auch Apposition, und hier treten bereits bekannte Faktoren wie die „natürlichen Killerzellen“, die Immunoglobuline und der Granulozyten-Kolonie stimulierende Faktor (G-CSF) auf.

2. Phase: Adhäsion des Embryos an die Gebärmutterschleimhaut

Die folgende Etappe ist die so genannte embryonale Adhäsion, bei der die embryonalen Zellen den besten Platz suchen, um sich im Endometrium einzunisten, nämlich die innere Schicht des Uterus, mit Hilfe von dessen Rezeptoren.

In den folgenden Etappen muss der Embryo zuerst die Zerstörung der Oberflächenschicht des Endometriums induzieren um danach in tiefere Schichten einzudringen, bis die Blutgefäße erreicht werden, welche ihn schließlich benetzen.

Trotz aller bisherigen Forschungen ist noch immer wenig bekannt über die Moleküle, die an den einzelnen Prozessen beteiligt sind, sowie deren Bedeutung.

Erfordernisse für die Einnistung: empfängliches Endometrium und evolutiver Embryo

Wenn man sich näher damit beschäftigt, auf welche Weise die Embryonenimplantation erfolgt, kann diese zweifellos als ein Wunder erscheinen. Wie ist es möglich, dass es 7,7 Milliarden Menschen auf der Welt gibt, die auf so komplexe Weise empfangen wurden? Wenn Patientinnen mit Sterilitätsproblemen aus erster Hand die Schwierigkeiten erleben, die eine Empfängnis nach einer Behandlung der künstlichen Befruchtung mit sich bringt, fragen sich dies viele von ihnen, und viele von uns Fachkräften, die wir uns der Behandlung der Unfruchtbarkeit widmen, nehmen die erreichten Schwangerschaften als ein echtes Wunder wahr.

Tatsächlich ist es unverzichtbar, um die Einnistung eines Embryos im Endometrium möglich zu machen, dass eine Reihe von sehr komplexen Ereignissen auf synchrone Weise eintreten. Zusammengefasst sind dies die Notwendigkeit eines empfänglichen Endometriums und ein evolutiver Embryo.

EMPFÄNGLICHKEIT DES ENDOMETRIUMS

Zunächst ist es notwendig, dass das Endometrium empfänglich ist. Wenngleich eine korrekte Definition dieses Begriffs auch heute immer noch schwierig ist, weiß man, dass es einen variablen Zeitraum (von 3 bis 5 Tagen) gibt, in dem es möglich ist, dass ein Embryo implantiert.

Wie erfahren wir, wann das Implantationsfenster geöffnet ist?

Das Progesteron ist das entscheidende Hormon, das es möglich macht, dass ein Endometrium in die sogenannte sekretorische Phase eintritt und empfänglich wird, auch wenn dies sicherlich nicht der einzige Faktor ist. Ebenso wichtig ist die Phase vor besagtem Implantationsfenster, wobei die Anzahl der Östrogene eine passende Proliferation des Endometriums für die Einnistung bewirkt, während das Fenster für die Empfänglichkeit des Endometriums durch den Zeitpunkt bestimmt wird, an dem das Progesteron sich gegenüber den Östrogenen durchsetzt.

Trotzdem sind die Östrogene und das Progesteron nicht die einzigen Beteiligten an dieser Empfänglichkeit; sowohl das Immunsystem als auch das Gefäßsystem spielen eine sehr wichtige Rolle bei diesem Prozess.

EVOLUTIVER EMBRYO

Neben einem empfänglichen Endometrium ist synchron ein evolutiver Embryo notwendig, der dessen Hatching (Schlüpfen) in der Endometriumhöhle ermöglicht. Das Hatching erfolgt, wenn der Embryo aus seiner Glashaut schlüpft, einer äußeren Schicht, die den Embryo umhüllt. Nur in diesem Stadium kann das Endometrium den Kontakt mit der Wand des Embryos aufzunehmen und es umhüllen, um die Implantationsphasen (Apposition, Adhäsion und Invasion) einzuleiten.

Obwohl dies ein komplexer und noch nicht vollkommen bekannter Prozess ist, hat sich das Instituto Bernabeu das Ziel einer möglichst exakten Koordinierung für die Planung eines Embryonentransfers gesetzt. Eine Vorbereitung des Endometriums mit Messung von dessen Volumen sowie die Analyse des Progesterons und der Kontraktilität der Gebärmutter haben für eine Verbesserung der Kenntnisse über die individuelle Empfänglichkeit des Endometriums gesorgt. Zudem verbessert der Embryonentransfer von geschlüpften Embryonen zusammen mit deren Genanalyse (PID) die Auswahl, damit das Wunder der Schwangerschaft eintreten kann.

Behandlungen zur Förderung der Einnistung von Embryonen in die Gebärmutterschleimhaut der Mutter

Die meisten Behandlungen in der klinischen Praxis orientieren sich daran, in der Phase der Apposition die endometriale Empfänglichkeit zu erhöhen. Um dies zu erreichen werden entweder Substanzen verabreicht die den esten Schritt beeinflussen oder aber andere Substanzen verhindert, die einen negativen Einfluss haben können. Man muss extrem vorsichtig sein, denn dies sind experimentelle Behandlungen, die noch weit davon entfernt sind, einen klaren therapeutischen Nutzen nachzuweisen. Außerdem müssen die Nebenwirkungen einiger der vorgeschlagenen Therapien beachtet werden. Daher ist es wesentlich Behandlungen anzuwenden, die auf Beweisen basieren. Ein Beispiel hierfür ist die Verwendung von Immunsuppressiva, d.h. Pharmazeutika, die die Immunabwehr des Organismus verändern, angesichts der hohen Zahlen an „Killerzellen“ (englisch: natural killer cells), die keinerlei Wirksamkeit nachgewiesen haben und schädliche Nebenwirkungen hervorrufen.

Es wurden nicht invasive sonografische Marker vorgeschlagen, die dafür dienen, die Mikrovaskularisierung und die Struktur des Uterus zu untersuchen.

Im Instituto Bernabeu wenden wir leistungsstarke EDV-Software für Ultraschallgeräte von hoher Präzision an. Dank dieser Software können wir sehr zuverlässige Untersuchungen der endometrialen Struktur erzielen, um somit Störungen der Gebärmutter zu diagnostizieren und zu behandeln, die sonst den Prozess der Implantation erschweren oder zum Scheitern bringen.

Diese Untersuchungen sind extrem nützlich für Patienten, die sich vorherigen Behandlungen unterzogen haben und einerseits keine Einnsitung erzielen oder andererseits wiederholte Fehlgeburten erleiden.

Dr. Belén Moliner Gynäkologin des Instituto Bernabeu

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