Systems Biology in Reproductive Medicine veröffentlicht eine Studie des IB, in der analysiert wird, ob die ovarielle Stimulation einen Einfluss auf das Risiko der Chromosomenveränderung und des Mosaizismus beim Embryo hat

  • 17-02-2021

Die Fachzeitschrift Systems Biology in Reproductive Medicine hat in ihrer Januar-Ausgabe eine Forschungsarbeit des Instituto Bernabeu über die Auswirkungen der ovariellen Stimulation auf die Chromosomenausstattung des Embryos veröffentlicht. In der im Labor für Molekularbiologie und Genetik der Klinik entwickelten Arbeit wurde analysiert, ob ein Zusammenhang zwischen der ovariellen Stimulation, die in Zyklen der In-vitro-Fertilisation (IVF) durchgeführt wird, und der Inzidenz von Aneuploidien (Veränderung der normalen Anzahl an Chromosomen der Zelle) und des Mosaizismus (Mischung aus chromosomal normalen und anormalen Zellen) bei Embryonen besteht.

Chromosomenveränderungen bei Embryonen sind eine der Hauptursachen für Implantationsfehler in der Gebärmutter oder für Fehlgeburten in einer frühen Phase. Ein Problem, über das am Instituto Bernabeu unermüdlich geforscht wird. Dies erklärt die Bedeutung der ständigen Weiterentwicklung der Analysetechniken wie die Präimplantationsdiagnostik zur Entdeckung von Aneuploidien (PGT-A) bei Embryonen, die einen Hinweis auf die Veränderung vor der Implantation in der Gebärmutter geben können. Verschiedene Studien stellen fest, dass das Alter der Mutter einer der Faktoren ist, die die Anwesenheit von Chromosomenanomalien bei Embryonen erhöht. Doch auch bei jungen Patientinnen besteht eine relativ hohe Inzidenz. Aus diesem Grund ist es wichtig, zu untersuchen, ob es andere Faktoren neben dem Alter der Mutter gibt, die einen Einfluss auf die korrekte Entwicklung des Embryos haben können. Es gibt Untersuchungen, die darauf hindeuten, dass der Prozess der ovariellen Stimulation die Häufigkeit von Chromosomenveränderungen erhöhen kann, auch wenn diese Ergebnisse umstritten sind. Daher das Interesse an dieser Forschungsarbeit des Instituto Bernabeu.

Die angesehene Publikation gibt die Ergebnisse der Studie an 835 Blastozysten von 280 Paaren wieder, die an Tag 5 oder 6 biopsiert und mit Hilfe von Präimplantationsdiagnostik zur Entdeckung von Aneuploidien (PGT-A) analysiert wurden. Die teilnehmenden Frauen waren unter 38 Jahre alt und wurden IVF-Zyklen mit eigener Eizelle unterzogen. Bei beiden Mitgliedern des Paares war der Karyotyp normal, und im Falle des Mannes waren die Parameter normal beim FISH und ohne Veränderung bei der Untersuchung der Spermien-DNA-Fragmentierung.

Für die Auswertung der Ergebnisse wurden Variablen wie das gewählte Stimulationsprotokoll oder der Typ der verwendeten Gonadotropine berücksichtigt. Bei der Überprüfung wurde festgestellt, dass die einzige Variable, die einen Zusammenhang mit der embryonalen Aneuploidien-Rate aufzeigte, die Dauer des Prozesses der ovariellen Stimulation war. Patientinnen, bei denen eine längere Stimulation erforderlich war, wiesen eine geringere Rate an Embryonen mit Chromosomenstörungen auf. Dagegen wurde kein signifikanter Zusammenhang zwischen den untersuchten Variablen des Stimulationsprotokolls und dem embryonalen Mosaizismus gefunden.

Somit zeigt das Forschungsteam von IBBiotech in seinen Schlussfolgerungen, dass Patientinnen, bei denen eine höhere Anzahl an Tagen der ovariellen Stimulation erforderlich war, kein höheres Risiko aufwiesen, mehr aneuploide Embryonen zu haben.

Diese Forschungsarbeit wurde bereits auf anderen wichtigen wissenschaftlichen Veranstaltungen vorgestellt, wie etwa im Oktober 2019 auf dem Kongress der Vereinigung für das Studium der Reproduktionsbiologie (ASEBIR).

 

Effect of ovarian stimulation on embryo aneuploidy and mosaicism rate

A. Cascales, B. Lledó, JA. Ortiz, R. Morales, J. Ten, J. Llácer, R. Bernabeu

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