DAS EINFRIEREN VON EMBRYONEN. KRYOTRANSFER.

Bei jeder Behandlung mit In-Vitro Fertilisation ist es unser Ziel, für die Patienten eine Schwangerschaft auf möglichst schnelle und einfache Weise herbeizuführen. Daher ist bei Beginn der Behandlung der grundlegende Gedanke, einen oder zwei Embryonen von hervorragender Qualität transferieren zu können.

In manchen Fällen entwickeln sich bis zum Moment des Transfers eine hohe Anzahl an Embryonen von guter Qualität, die auf Grund des Risikos einer multiplen Schwangerschaft nicht alle in die Gebärmutter rückgeführt werden können.

Die “überzähligen” Embryonen werden kryokonserviert (eingefroren), um dem Paar für ein Geschwisterchen oder, falls die Behandlung mit Transfer der “frischen” Embryonen nicht fruchtbar war, für einen weiteren Versuch zur Verfügung zu stehen.

Während der letzten Jahre konnten wir die Prognose für das Einfrieren von Embryonen um ein Vielfaches erhöhen. Vor kurzem haben wir in unser Programm der In-Vitro Fertilisation eine Technik names “Vitrifikation” aufgenommen, mit welcher die Ergebnisse mit kryokonservierten Embryonen optimiert werden.

Es ist wichtig, einige Besonderheiten bei der Anwendung dieser Technik zu kennen:

  • Nicht in allen Zyklen der In-Vitro Fertilisation werden Embryonen eingefroren. Bei den meisten Behandlungen wenden wir leichte Stimulierungen an, um eine angemessene Anzahl an Eizellen bei möglichst geringen Beschwerdeerscheinungen für die Patienten zu gewinnen, und es entstehen keine überzähligen Embryonen.
  • Nicht alle Embryonen sind von ausreichender Lebensfähigkeit, um eingefroren zu werden. Aus diesem Grund, auch wenn mehrere Eizellen befruchtet wurden und sich daher mehrere Embryonen entwickeln, können wir bei manchen Embryonen vorhersehen, dass sie den Einfrierungs-bzw. Auftauungsprozess nicht überleben werden und daher nicht eingefroren werden. Es werden nur solche Embryonen eingefroren, die eine reelle Überlebenschance beim Auftauen haben.
  • Manche der eingefrorenen Embryonen überleben das Auftauen nicht. Daher bedeutet der Beginn einer Behandlung nicht automatisch die Rückführung der Embryonen in den Uterus.
  • Die Erfolgsraten eines Transfers mit kryokonservierten Embryonen sind etwas niedriger als bei frischen Embryonen.
  • Die Behandlungsschritte für die Vorbereitung auf einen Transfer mit eingefrorenen Embryonen sind unkompliziert, leicht und kurz für die Patientin. Es sind keine Injektionen notwendig (lediglich Pflaster und Vaginaltabletten), die Vorbereitung dauert nicht länger als 2 Wochen und es sind keine häufigen Kontrollen notwendig (gewöhnlich werden keine Blutabnahmen durchgeführt und in der Regel ist nur eine Ultraschallkontrolle notwendig).
  • Die entstehende Schwangerschaft mit Hilfe dieser Behandlung verläuft normal. Die Wahrscheinlichkeit für Komplikationen ist nicht grösser als bei anderen Behandlungen bzw. Schwangerschaften, die auf “natürliche” Weise entstehen. Die Behandlung wird nicht mit Fehlbildungen verbunden. Die physische und intelektuelle Entwicklung des Kindes ist ebenso vergleichbar.

Die Aufbewahrung der eingefrorenen Embryonen kann jährlich verlängert werden. Sobald die Aufbewahrung nicht mehr gewünscht wird, kann (nur) das Paar deren Zerstörung veranlassen, die Embryonen für Forschungszwecke oder für andere Paare spenden, die diese auf Grund von Fertilitätsproblemen adoptieren möchten.


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