Die intrauterinäre eheliche Inseminierung ist eine bei verschiedenen Fortpflanzungsstörungen häufig verwendete Technik. Sie ist nicht mit der In Vitro Befruchtung (IVF) zu verwechseln, denn die Insemination versucht die Befruchtung auf natürlichem Wege in den Eileitern zu erzielen. Bei dieser Technik kann auf eine Nachruhphase verzichtet werden und die Patientin kann den gewohnten täglichen Aktivitäten nachgehen.
In Übereinstimmung mit der aktuellen Gesetzgebung muss das Paar vor Behandlungsbeginn eine Einverständniserklärung unterzeichnen, welche uns zur Durchführung dieser Technik bevollmächtigt, sowie zu verschiedenen Analysen um das Auftreten schwerer gesundheitlicher Krankheiten beim zukünftigen Kind auszuschießen (Hepatitis B, Hepatitis C, AIDS Virus, Syphilis).
Die Behandlung umfasst vier verschiedene Schritte:
Jeden Monat nimmt der Eierstock die Entwicklung hunderter Eizellen auf (die Zellen, welche nach der Befruchtung durch das Spermium den Embryo ausmacht). Nur eine einzige Eizelle, in seltenen Fällen auch zwei, reifen heran und es kommt zur Ovulation, der Freisetzung dieser durch den Eierstock. In diesem Moment umschließt die Fimbrie des Eileiters den Eierstock und fängt die Eizelle auf. Bis an diese Stelle muss das Spermatozoon gelangen, welches sich nach dem Koitus im hinteren Bereich der Scheide befindet. Die Ovarstimulieren bewirkt die optimale Entwicklung der Eizellen und synchronisiert den Moment des Eisprungs mit der Inseminierung.
Dafür wird ein Behandlungsprotokoll mit folgenden Eigenschaften verwendet:
Durchschittlich sind zwei bis vier Arztbesuche während des Zyklus notwendig. Die Kontrolluntersuchungen erlauben uns vorherzusagen, in welchem Moment der Eisprung stattfinden wird, um so die Insemination einwandfrei durchführen zu können. Sollte die Reaktion des Eierstocks nicht die richtige sein, zum Beispiel bei Verdacht auf Mehrfachovulationen, wird die Inseminierung nicht durchgeführt.
Am vereinbarten Tag der Inseminierung gibt der Mann nach den zuvor mitgeteilten Instruktionen eine Samenprobe ab. Im Labor werden die besten Spermien bestimmt und deren Befruchtungskapazität durch Inkubation in entsprechenden Kultivmedien erhöht. Diese Prozedur benötigt zwischen zwei und vier Stunden. Danach wird die Inseminierung vollzogen.
Die Insemination basiert auf der Einführung der zuvor verbesserten Samenprobe in die Gebärmutter. Das geschieht nur einmal während des gesamten Zyklus. Durch die vorherigen Kontrolluntersuchungen kennen wir den optimalen Zeitpunkt.
Es handelt sich um eine schnelle, vollkommen schmerzlose Technik, für die ein feiner Plastikkatheter verwendet wird. Dieser ermöglicht den Samen an der Einmündung der Eileiter zu positionieren.
Es wird also die Ovulation reifer Eizellen bewirkt, zudem der Samen verbessert, und diese einander angenähert. Von daher ist es einfach zu schlussfolgern, dass die Wahrscheinlichkeit, dass beide Zellen aufeinandertreffen und verschmelzen und somit die Schwangerschaft einleiten, deutlich besser ist.
Nach der Inseminierung kann die Patientin ihre täglichen Aktivitäten unbedenklich wieder aufnehmen.
Bei der Insemination muss die Erfolgsrate berücksichtigt werden, die pro Zyklus zwischen 14%-20% liegt.
Nur sehr selten kommt es zur Durchführung von mehr als drei Behandlungszyklen, da die meisten Schwangerschaften während den ersten Inseminierungsversuche zustande kommen. Falls das Paar die Schwangerschaft nicht auf diesem Wege erreicht, wird ein Termin vereinbart um die ärztliche Empfehlung unseres reproduktionsmedinizischen Komitees einzuholen. Das Ärzteteam versammelt sich um gemeinsam den klinischen Fall zu beurteilen und die nächsten Schritte zu beschließen.
Die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit ist dieselbe in jedem Zyklus. Die Rate an Mehrlingsschwangerschaften wird durch eine korrekte Überwachung auf 8% reduziert. (Veröffentlichung unseres Ärztegremius im Mai 2004. Zeitschrift Fertility-Sterility).
Sobald die Schwangerschaft erlangt ist, entwickelt sie sich unter den selben Voraussetzungen einer Spontanschwangerschaft weiter.
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